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Rezo nimmt Entschuldigung von Journalisten-Verband an

Youtuber Rezo zieht über Zeitungen her. Der Deutsche Journalisten-Verband veröffentlicht eine Pressemitteilung dazu, die er wenig später zurückzieht. Nun hat sich dessen Vorsitzender entschuldigt.

Donnerstag, 22.08.2019, 16:03 Uhr aktualisiert: 22.08.2019, 16:06 Uhr
Rezo macht den Mund auf.
Rezo macht den Mund auf. Foto: Henning Kaiser

Berlin (dpa) - Die Kritik des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) am jüngsten Video-Auftritt des Youtubers Rezo hat für einige Diskussionen gesorgt. DJV-Vorsitzender Frank Überall entschuldigte sich am Mittwoch bei Rezo.

«Da habe ich mich mit meiner zugespitzten Kritik vergaloppiert, sorry. Deine Medienkritik war mir persönlich in Teilen zu heftig, grundsätzlich wirfst Du aber auch viele wichtige Fragen auf. Vielleicht unterhalten wir uns darüber mal? Würde mich freuen», schrieb Überall auf Twitter.

Rezo reagierte umgehend: «Update: Der Vorsitzende hat sich entschuldigt, und damit ist diese Sache für mich erledigt. Da sollte jetzt auch niemand respektlos nachtreten.» Die Reaktion habe ihn gefreut, sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur. «Ich breche mir auch keinen Zacken aus der Krone, mich zu entschuldigen.»

Rezo hatte als Gast beim YouTube-Kanal «Space Frogs» seinem Ärger über Zeitungen Luft gemacht. Der DJV-Vorsitzende hatte Rezo in einer Pressemitteilung vom Dienstag vorgeworfen, «die Journalistinnen und Journalisten aller gedruckten Zeitungen pauschal als dumm und moralisch degeneriert zu diffamieren». Darüber gab es im Verband unterschiedliche Meinungen, der DJV zog seine Mitteilung zurück.

«In der zurückgezogenen PM wurden meine Äußerungen nicht kritisiert sondern Äußerungen, die nie stattgefunden haben. Das war ja gerade der Punkt und ist super leicht faktisch und objektiv feststellbar. Warum machen so viele Journalisten solche logischen Fehler?», twitterte Rezo.

Die DJV-Kritik provozierte nicht zuletzt in den sozialen Medien Widerspruch. «Das hat in der Tat Diskussionen ausgelöst», sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner am Mittwoch. Mit dem Ausmaß der Kritik habe der Verband nicht gerechnet. «Die Reaktionen sind alles andere als nett.»

Auch intern werde das Thema diskutiert, sagte Zörner, nicht zuletzt darüber, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. «Dazu gehört, Themen sorgfältiger zu gewichten und sorgfältiger abzuwägen, ob wir uns äußern oder nicht», so der DJV-Sprecher. Es werde aber nicht die Konsequenz haben, künftig eine größere Gruppe von Menschen in das Verfassen von Pressemitteilungen einzubeziehen.

Der DJV hatte das Zurückziehen der Pressemitteilung zu Rezo damit begründet, innerhalb des Verbandes gebe es unterschiedliche Einschätzungen dazu. DJV-Vorsitzender Überall hatte erklärt, er halte die «pauschale Diffamierung», dass Printmedien von gestern seien, nach wie vor für problematisch. Aber nicht alle im DJV hätten die Kritik Rezos als pauschale Diffamierung wahrgenommen. Rezo hatte in dem Video zum Beispiel gesagt: «Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter.»

Unter anderem hatte Rezo sich die «Bild»-Zeitung vorgenommen. Dessen Kritik teile er natürlich nicht, twitterte «Bild»-Chefredakteur Julian Reichelt. «Ich verstehe auch die Abfälligkeit gegenüber dem gedruckten Papier nicht, wo seit Jahrzehnten bis heute genau die Freiheit gelebt und verteidigt wird, die ihm seine Arbeit genauso ermöglicht wie allen Medien.» Die scharfe Kritik des DJV daran halte er aber für komplett überzogen.

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