US-Ermittler
Prinz Andrew kooperiert nicht im Epstein-Fall

Er wollte als Zeuge zur Verfügung stehen. Aber jetzt macht Prinz Andrew im Fall Epstein dicht.

Dienstag, 10.03.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 11:50 Uhr
Prinz Andrew steht in der Kritik.
Prinz Andrew steht in der Kritik. Foto: Swen Pförtner

New York (dpa) - Im Missbrauchsskandal um den US-Multimillionär Jeffrey Epstein haben Ermittler in New York dem britischen Prinzen Andrew (60) erneut mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorgeworfen.

«Prinz Andrew hat die Tür zu einer freiwilligen Kooperation vollständig geschlossen», sagte der zuständige Staatsanwalt Geoffrey Berman Medienberichten zufolge in der Ostküstenmetropole am Montag. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun ihre weiteren Optionen, sagte Berman demnach bei einer Pressekonferenz.

Der Buckingham-Palast in London hatte nach Informationen mehrerer US-Medien nicht auf Anfragen geantwortet. Auch die britische Botschaft in der US-Hauptstadt Washington wollte sich laut «New York Times» nicht zu einem laufenden rechtlichen Verfahren äußern. Bereits im Januar hatte Berman angegeben, den Prinzen im Fall Epstein als Zeugen befragen zu wollen - er ist nicht angeklagt. Das FBI habe seine Anwälte kontaktiert, aber noch keine Antwort bekommen, hieß es.

Epstein hatte sich im vergangenen August in einem New Yorker Gefängnis im Alter von 66 Jahren das Leben genommen. Ihm war vorgeworfen worden, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Eines seiner Opfer wirft auch Prinz Andrew öffentlich vor, es sexuell missbraucht zu haben. Der Prinz bestreitet die Vorwürfe.

Andrew war jahrelang mit Epstein befreundet und mehrmals Übernachtungsgast auf dessen Anwesen in den USA und in der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Nach einem missglückten Interview im vergangenen November, mit dem er eigentlich seinen Ruf wiederherstellen wollte, beschloss der Prinz, seine Aufgaben als Mitglied der Königlichen Familie vorerst ruhen zu lassen. Damals hatte er mitgeteilt, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen, sollte dies erforderlich sein.

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