«Höhepunkt erreicht»
Spanien meldet neuen Rekord an Corona-Toten

Die Corona-Zahlen in Spanien sind erschreckend. Jeden Tag steigt die Zahl der Toten auf neue Rekordwerte. Aber die Behörden sind sicher: Die Kurve flacht ab. Grund zu Optimismus geben auch die vielen Entlassungen geheilter Patienten.

Donnerstag, 02.04.2020, 19:39 Uhr
Ein Leichenbestatter in Spanien bereitet ein Grab vor während der Beerdigung einer 86-jährigen Frau mitten in der Corona-Krise.
Ein Leichenbestatter in Spanien bereitet ein Grab vor während der Beerdigung einer 86-jährigen Frau mitten in der Corona-Krise. Foto: Bernat Armangue

Madrid (dpa) - Spanien hat eine neue Rekordzahl an Todesopfern durch das Coronavirus verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden seien 950 Tote gestorben, die Gesamtzahl liege nun bei mehr als 10.000 Toten, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Jedoch gäben die Statistiken der vergangenen Tage auch Grund zu Optimismus, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa. «Die Daten zeigen, dass die Kurve sich stabilisiert hat, wir haben den Höhepunkt erreicht und eine Verlangsamung hat begonnen.» Gleichzeitig bleibe die Situation auf den Intensivstationen aber noch kritisch.

Das Land hatte bereits in den vergangenen fünf Tagen jeweils mehr als 800 Tote zu beklagen, jedoch gab es noch nie mehr als 900 Covid-19-Opfer. Gleichzeitig kletterte aber auch die Zahl der geheilten Patienten auf eine Höchstmarke: Seit Mittwoch wurden fast 4100 Menschen als gesund entlassen.

Von den mehr als 110.000 verzeichneten Infizierten gelten somit fast 27.000 als geheilt. Es gebe aber einen «Akkumulationseffekt» in den Kliniken des Landes, weil viele Erkrankte über längere Zeit behandelt werden müssten, sagte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simón.

Der Anstieg der Infiziertenzahl im Vergleich zum Vortag liege nun bei acht Prozent, «vor einer Woche waren es noch 18 Prozent», rechnete Illa vor. «Um aus dem Tunnel herauszukommen, ist die Beteiligung aller erforderlich», betonte der Minister mit Blick auf die strengen Ausgangsbeschränkungen für die knapp 47 Millionen Spanier, die bis zum 11. April gelten.

Eine leichte Entspannung gab es vor allem in Madrid, dem Epizentrum der Krise in Spanien: Von den 32.000 verzeichneten Fällen - 7,7 Prozent mehr als am Vortag - sind laut Gesundheitsministerium 12.400 wieder gesund. Schwer betroffen ist auch Katalonien.

Nach Italien ist Spanien unterdessen weiterhin das vom Coronavirus am schwersten betroffene Land Europas. Während des bis Ostern geltenden Alarmzustands müssen die Bürger weitgehend zu Hause bleiben, sie dürfen nur zum Einkaufen und in Ausnahmefällen vor die Tür.

In Italien sind innerhalb eines Tages erneut Hunderte von Corona-Patienten gestorben. Die Zahl der Menschen, die aktuell mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert sind, kletterte am Donnerstag um knapp 2500 Menschen im Vergleich zum Vortag. Doch insgesamt zeigten die Corona-Zahlen, die der Zivilschutz in Rom am Abend vorstellte, weiter eine Stabilisierung des Trends.

Demnach sind dort seit Beginn der Coronawelle im Februar 13.915 Menschen im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben, das waren 760 mehr als am Vortag. Insgesamt zählten die Behörden 115.242 Corona-Fälle.

Die Experten hatte zuvor gesagt, dass Italien vermutlich das «Plateau» der Ansteckungswelle erreicht haben dürfte. Wichtig für die überlasteten Krankenhäuser ist auch, dass die Zahl der Intensivpatienten seit Tagen fast stabil ist. Auch aus der besonders hart getroffenen Lombardei meldeten die Behörden in vielen Bereichen stabile Trends. Italien hat die strengen Ausgangbeschränkungen in dieser Woche bis zum Ostermontag verlängert.

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