Initiative in Kenia
Designer stellen Corona-Masken für ärmere Bürger her

Nicht alle schutzbedürftigen Menschen haben das Geld, um sich eine Schutzmaske zu kaufen. Designer in Kenia haben nun eine Initiative gestartet.

Dienstag, 07.04.2020, 13:34 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 13:54 Uhr
Selbstgenähte Mundschutzmasken von kenianischen Fashiondesignern.
Selbstgenähte Mundschutzmasken von kenianischen Fashiondesignern. Foto: Michelle Vugutsa

Nairobi (dpa) - In Kenia nutzen Fashion- und Möbeldesigner ihr Handwerk, um in Zeiten der Corona-Krise für ärmere Kenianer in Slums Masken herzustellen.

«Unsere Mission ist es zu versuchen, diese Masken in die Hände und auf die Gesichter von schutzbedürftigen Menschen zu kriegen», erklärt die Möbelmacherin Sara Reeves. «Je mehr Menschen Masken tragen, desto besser ist es für uns alle in Kenia.»

Seit kurzem müssen alle Menschen in Kenia in der Öffentlichkeit Masken tragen - doch die wenigsten können sich eine leisten. Vor allem in Slums in Nairobi leben die Anwohner auf engstem Raum oft mit mangelnder Hygiene und wenig finanziellen Rücklagen.

Bislang gibt es in Kenia mindestens 158 bestätigte Fälle von Covid-19 und die Sorge ist groß, dass das Gesundheitssystem und die Wirtschaft schwer unter einer weiteren Ausbreitung leiden werden.

Reeves stellt normalerweise mit ihrem Unternehmen Love Artisan in einer kleinen Werkstatt in Nairobi Möbel her, doch wegen der Corona-Krise musste sie diese schließen. Sie und ihre Mitarbeiter nutzen nun ihre Zeit, Nähmaschinen und Stofffetzen für etwas Gutes. Für jede verkaufte Maske spende sie eine, erklärt Reeves.

Bislang habe sie rund 500 produziert, 700 weitere würden diese Woche folgen. Die Masken - aus für Ostafrika typischen bunten Kitenge-Stoffen - spendet sie zunächst Händlern und Handwerkern im Umkreis ihrer Werkstatt, die oft in Slums leben, wenig Schutz gegen Covid-19 haben und bereits jetzt in wirtschaftlicher Not sind, wie Reeves erklärt.

Auch andere Designer in Kenia haben ähnliche Initiativen gestartet, etwa die Fashion-Marke Lilabare. Sie verkauft normalerweise Kleidung, produziert nun aber Masken - zehn Prozent der verkauften Masken werden nach eigenen Angaben an ärmere Menschen gespendet.

 

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