Zufallsopfer?
Haftbefehl nach Tötung eines 15-Jährigen

Die Szene wirkt so harmlos: Ein 15-Jähriger fährt mit dem Fahrrad durch die beschauliche Stadt Celle in Niedersachsen. Doch dann sticht ihn ein Mann unvermittelt nieder. Der Junge hat keine Chance. Und der Angreifer - schweigt.

Mittwoch, 08.04.2020, 19:42 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 19:44 Uhr
Der 15-Jährige war nach Angaben der Polizei in der Nähe des Celler Bahnhofs mit dem Fahrrad unterwegs, als er von dem 29-Jährigen angegriffen wurde.
Der 15-Jährige war nach Angaben der Polizei in der Nähe des Celler Bahnhofs mit dem Fahrrad unterwegs, als er von dem 29-Jährigen angegriffen wurde. Foto: Ole Spata

Celle (dpa) - Nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen in Celle ist Haftbefehl gegen einen 29-Jährigen erlassen worden. Das teilte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Mittwoch mit.

Der Verdächtige, dem Totschlag vorgeworfen wird, soll den 15-Jährigen am Vorabend grundlos mit einem Messer niedergestochen haben, als dieser zufällig auf seinem Fahrrad an ihm vorbeigefahren war. Nach derzeitigen Ermittlungen dürfte der Jugendliche, der später im Krankenhaus starb, ein Zufallsopfer gewesen sein.

Der deutsche Verdächtige habe zur Tat auch beim Haftrichter keine Angaben gemacht, so der Oberstaatsanwalt. Das Opfer ist den Angaben zufolge irakischer Herkunft und wohnte in Celle. Die bisherigen Ermittlungen lieferten in keiner Hinsicht Anhaltspunkte für eine ausländerfeindliche oder politisch motivierte Tat, hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft. Ob der Beschuldigte an einer psychischen Krankheit leidet, ist noch unklar.

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