Jugendliche aus Lager auf der Insel Lesbos
Osnabrücks Oberbürgermeister möchte bis zu zehn Flüchtlingskinder aufnehmen

Osnabrück -

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erklärte im Namen der Stadt Osnabrück die Bereitschaft, bis zu zehn der 50 unbegleiteten unter 14-jährigen Flüchtlingskinder aus dem Lager auf der griechischen Insel Lesbos, die nach Deutschland kommen dürfen, aufzunehmen.

Donnerstag, 09.04.2020, 10:53 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 11:05 Uhr
Jugendliche aus Lager auf der Insel Lesbos: Osnabrücks Oberbürgermeister möchte bis zu zehn Flüchtlingskinder aufnehmen
Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: dpa

Auf der griechischen Insel Lesbos bangen mehr als 20.000 Menschen um ihre Zukunft. Sie können nicht zurück in ihre Heimat, dürfen aber auch die Insel nicht verlassen. Das dortige Flüchtlingslager ist geprägt von Unterernährung, Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit und Verwahrlosung auf engstem Raum: Die Lager sind absolut überfüllt – ein Ausbruch der Corona-Pandemie wäre ein Desaster, dem die Flüchtlinge schutz- und hilflos ausgeliefert wären, schreibt die Stadt Osnabrück in einer Pressemitteilung.

Vor diesem Hintergrund hat sich Deutschland bereit erklärt, unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern der Ägäis aufzunehmen. Die niedersächsische Landesregierung hat zugestimmt, dass 50 dieser Kinder und Jugendlichen die Zeit der Quarantäne in Niedersachsen verbringen können.

„Und die Friedensstadt Osnabrück ist bereit“, erklärt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, „bis zu 10 dieser Minderjährigen aufzunehmen. Wir können allein das Elend in den Flüchtlingslagern nicht ändern, aber wir können zumindest einigen Kindern helfen, aus dieser humanitären Katastrophe herauszukommen, um in unserer Stadt eine Perspektive für ihr Leben zu finden. Ich hoffe sehr, dass von dieser Bereitschaft ein Signal ausgeht, dem sich auch andere Städte in Deutschland und Europa anschließen.“

Wolfgang Beckermann, erster Stadtrat, ergänzt: „In den Tagen der Quarantäne können wir die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, um diese Minderjährigen dann auch zu betreuen.“ „Unsere Bereitschaft ist da“, sagt Griesert, „die Notwendigkeit, aus humanitären Gründen zu helfen auch, also sollten wir es schaffen können“, sagt Griesert.

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