In Deutschland
Corona-Infektion bei Hund und Katze nachgewiesen

Sie lebt in einem Haushalt, in dem Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde. Nun ist klar: Auch die Katze hat sich infiziert. Überraschend ist das aber nicht, dass das Virus auf Haustiere wie Hund und Katze übertragbar ist, sagt ein Instituts-Leiter.

Mittwoch, 02.12.2020, 13:01 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:29 Uhr
Ein Labrador-Welpe liegt auf einem Teppich.
Ein Labrador-Welpe liegt auf einem Teppich. Foto: Insa Kohler

Greifswald (dpa) - In Deutschland sind bei einer Katze und einem Hund Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden.

Proben der Katze seien im Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald untersucht worden, sagte dessen Präsident Thomas Mettenleiter am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Erster Haustier-Fall in Deutschland seit Beginn der Meldepflicht

Zuvor hatten verschiedene Medien berichtet, dass erstmals seit Einführung der Meldepflicht Anfang Juli mit Corona infizierte Haustiere registriert wurden. Bei der Katze aus Frankfurt/Main seien Antikörper nachgewiesen worden, sagte der Wissenschaftler. Das Tier habe die Infektion überlebt. Zu dem Hund aus München konnte er keine weiteren Angaben machen.

Die Katze sei getestet worden, weil in ihrem Haushalt Sars-CoV-2 nachgewiesen worden war, sagte Mettenleiter. Überrascht habe ihn der Befund bei den Haustieren nicht. «Wir wissen seit dem Frühjahr, dass sie infizierbar sind», sagte er. Weltweit seien rund 70 bestätigte Fälle bei Haustieren bekannt. Zwei Drittel davon seien Katzen, ein Drittel Hunde. Aus Zoos seien mehrere Infektionen von Großkatzen bekannt, unter anderem in Südafrika. Wer Frettchen als Haustiere halte, müsse ebenfalls damit rechnen, dass sie sich anstecken können.

Nicht jeder Schnupfen ist Corona

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  • Eine Erkältung – was ist das?

    Die Bezeichnung Erkältung ist irreführend, denn sie wird nicht durch niedrige Temperaturen ausgelöst, sondern durch Viren. Es gibt ungefähr 200 verschiedene Erkältungsviren, die sich bei Kälte lediglich leichter verbreiten können.
    Diese Viren sorgen dafür, dass die Schleimhäute in der Nase anschwellen und vermehrt Sekret „anfällt“, wie Prof. Thomas Deitmer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) erklärt. Der Rachen ist bei einer Erkältung entzündet, das Schlucken fällt schwerer. Auch Kehlkopf und Bronchien sind betroffen: Man ist heiser, hat Husten und auch hier entsteht mehr Sekret.

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  • Welche Medikamente helfen gegen Erkältung?

    Gar keine. „Man kann nur etwas gegen die Symptome tun“, sagt Deitmer. Abschwellende Nasentropfen gegen Schnupfen, schleimverflüssigende Mittel gegen Husten und Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Fieber und Schmerzen. Gerade bei Erkältung werden oft Kombipräparate eingenommen – also Medikamente, die gegen mehrere Symptome helfen sollen. Es gibt außerdem eine ganze Reihe pflanzlicher Arzneimittel.

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  • Was hilft noch?

    Trinken, trinken, trinken. Mindestens 1,5 Liter sollten es am Tag sein, bei Fieber mehr. Ansonsten rät Thomas Deitmer zum Gurgeln, zum Beispiel mit Salbeitee, und zu Nasenspülungen.
    Ein Saunabesuch kann helfen – allerdings sollte dort eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit herrschen, wie zum Beispiel in einer Bio- oder Dampfsauna. Auch ein warmes Bad kann die Erkältungsbeschwerden lindern. Mit Fieber sind Saunen und warme Bäder aber tabu.

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  • Wann sollte man zum Arzt gehen?

    Während der Corona-Pandemie sollte man mit Erkältungs- oder Grippesymptomen nicht ohne Absprache zum Arzt gehen, betont Deitmer. Am besten ruft man seinen Hausarzt oder den hausärztlichen Notdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Und zwar in den folgenden Fällen, wie Ursula Sellerberg empfiehlt:
    Wenn man hohes Fieber bekommt (mehr als 39 Grad) oder sich das Fieber mit Medikamenten nicht senken lässt. Wenn die Stirn- oder Nasennebenhöhlen beteiligt sind (Schmerzen im Stirn- und Augenbereich, vor allem beim Bücken und Heben). Wenn der Schleim eitrig oder blutig ist. Wenn man schwanger ist oder stillt. Wenn man Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen hat. Wenn man eine andere Erkrankung wie Mittelohr- oder Lungenentzündung vermutet.

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  • Wie kann man vorbeugen?

    Vor Erkältung schützen jene Hygienemaßnahmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie ohnehin jeder beachten sollte: Abstand halten, Hände häufig und gründlich waschen, sich nicht ins Gesicht fassen und viel lüften.
    Ansonsten hilft eine gesunde Lebensweise: abwechslungsreiche Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und nicht rauchen. Auch Abhärtung schadet nicht: Regelmäßig in die Sauna gehen, Wechsel­duschen oder Kneipp-Anwendungen. Außerdem rät Thomas Deitmer zur Grippeschutzimpfung und, um Komplikationen zu vermeiden, zur Pneumokokken-Impfung.

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  • Ist es doch Corona?

    Husten und Fieber sind beides sehr häufige Symptome für die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19. Bei Erkältungen ist Fieber  selten ein Symptom und Husten wenig. Niesen wiederum sei kein Symptom von Covid-19, kommt bei Erkältungen aber häufig vor. Trennscharf anhand der Symptome lassen sich Erkältung, Grippe und Covid-19 also nicht unterscheiden. Dennoch gilt immer: Ruhe bewahren, keine Panik, im Zweifel den Kontakt zu anderen Menschen lieber vorsorglich einschränken und in jedem Fall Abstand halten und Mund-Nasen-Bedeckung tragen – und vor dem Besuch in der Arztpraxis erst dort anrufen.

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Bei Corona-Infektion Abstand zu Hund und Katze halten

Infizierte Menschen sollten daher auch Abstand zu ihren Haustieren halten, mahnte Mettenleiter. Die Vierbeiner könnten durch das Coronavirus ebenfalls an Atemwegsinfektionen erkranken und schlimmstenfalls sterben. Dass das Virus mutiere und vom Haustier wieder auf den Menschen übertragen werde, sei aber nicht seine Befürchtung.

Vor dem Hintergrund der Corona-Ausbrüche auf Nerzfarmen in Dänemark warnte Mettenleiter in der «Neuen Osnabrücker Zeitung» jedoch vor der Übertragung des Virus vom Menschen auf freilebende Wildtiere. «Das ist im Zweifelsfall nicht nur für die Tiere gefährlich, sondern auch für uns Menschen», sagte er. Beim Kontakt mit Wildtieren wie Mardern und Fledermäusen sei besondere Vorsicht geboten.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-544053/2

 

Diese Corona-Regeln gelten im Dezember

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  • In Nordrhein-Westfalen gilt seit dem 1.12. eine neue Corona-Schutzverordnung. Worauf man im Dezember achten sollte:

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  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN:

    Die Ministerpräsidenten der Länder haben im Kampf gegen die anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen für strenge Kontaktbeschränkungen vom 1. Dezember an strengere Regeln festgelegt - für Weihnachten und Silvester wird es eine Sonderregelung geben.

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  • PRIVATE ZUSAMMENKÜNFTE:

    „Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken“, heißt es in der neuen Verordnung. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon ausgenommen.

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  • WEIHNACHTEN UND SILVESTER

    Im Zeitraum vom 23. Dezember bis 1. Januar sind Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen erlaubt, heißt es in der Verordnung. Kinder bis 14 Jahren sind hiervon ausgenommen.

    Die Ministerpräsidenten der Länder rufen die Menschen auf, vor den Weihnachtsfeiertagen in eine möglichst mehrtägige häusliche Selbstquarantäne zu gehen. „Dies kann durch ggf. vorzuziehende Weihnachtsschulferien ab dem 19.12.2020 unterstützt werden“, heißt es. Mit der Selbstquarantäne soll die Gefahr von Corona-Infektionen im Umfeld der Feierlichkeiten so gering wie möglich gehalten werden.

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  • SKIFAHREN

    Ski-Lifte müssen in NRW vorerst geschlossen bleiben, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (  CDU  ). Das Verbot gelte zunächst bis zum 20. Dezember. Er gehe aber nicht davon aus, dass sich das Infektionsgeschehen und damit das Verbot über  Weihnachten  ändere, so der Minister.

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  • GOTTESDIENSTE:

    Bund und Länder suchen das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften, um möglichst Vereinbarungen für Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung zu treffen. Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter gilt es dabei zu vermeiden.

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  • SILVESTER:

    Die Ministerpräsidenten der Länder untersagen Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. „Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen“, heißt es in dem Beschlussentwurf. Grundsätzlich wird „empfohlen“, zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

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  • MUND-NASE-BEDECKUNG:

    Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, die etwa im ÖPNV oder Handel gilt, wird erweitert. Künftig soll sie auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen gelten. Gleiches gilt für alle Orte mit Publikumsverkehr in Innenstädten, auch unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten. Die Festlegung der Orte und der zeitlichen Beschränkung obliegt den örtlichen Behörden.

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  • HOCHSCHULEN UND UNIVERSITÄTEN:

    Hochschulen und Universitäten sollen grundsätzlich auf digitale Lehre umstellen - mit Ausnahme von Labortätigkeiten, Praktika, praktischen Ausbildungsabschnitten und Prüfungen.

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  • SCHULEN:

    In Regionen mit deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gilt künftig ab Klasse sieben grundsätzlich eine Maskenpflicht auch im Unterricht.

    In „besonderen Infektionshotspots“ wird es demnach in älteren Jahrgängen außer Abschlussklassen schulspezifisch „weitergehende Maßnahmen für die Unterrichtsgestaltung“ geben, beispielsweise Hybridunterricht.

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  • WIRTSCHAFT, KULTUR, REISEBRANCHE, SOLOSELBSTSTÄNDIGE:

    Auch die staatlichen Hilfen für betroffene Betriebe werden bis zum 20. Dezember verlängert. Diese seien für Unternehmen und Beschäftigte essenziell und ein wichtiges Element für die hohe Akzeptanz der notwendigen Schutzmaßnahmen bei den Bürgerinnen und Bürgern, heißt es. Die Ausgaben für diese Unterstützung im November werden auf 15 Milliarden Euro beziffert.

    Vorgeschlagen ist auch, Hilfsmaßnahmen für Branchen, die absehbar in den kommenden Monaten weiterhin «erhebliche Einschränkungen» hinnehmen müssten, bis Mitte 2021 zu verlängern. Genannt werden die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, Soloselbstständige und die Reisebranche.

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  • HOMEOFFICE:

    Arbeitgeber sollten prüfen, ob die Betriebsstätten entweder durch Betriebsferien oder großzügige Homeoffice-Lösung vom 23. Dezember bis 1. Januar geschlossen werden könnten. Damit solle bundesweit der Grundsatz „Stay at Home“ („Bleibt Zuhause“) umgesetzt werden.

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  • HANDEL:

    Die Bevölkerung wird aufgerufen, Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu tätigen.

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  • KRANKENHÄUSER/PFLEGE:

    Der Bund will für besonders gefährdete (vulnerable) Gruppen, etwa Patienten in Krankenhäusern und Bewohner von Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen, ab Anfang Dezember 2020 gegen eine geringe Eigenbeteiligung 15 FFP2-Masken pro Person zur Verfügung stellen. Zudem sind je Pflegebedürftigem 20 Schnelltests pro Woche vorgesehen.

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  • REISERÜCKKEHRER:

    Die Verordnung sieht vor, dass die häusliche Quarantäne bei Reiserückkehrern und Kontaktpersonen einheitlich auf zehn Tage im Regelfall festgelegt wird - gerechnet ab dem Tag der Einreise beziehungsweise dem letzten Tag des Kontakte.

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  • SOZIALVERSICHERUNG:

    Der Bund stabilisiert die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent, indem er darüber hinausgehende Finanzbedarfe zumindest bis 2022 aus dem Bundeshaushalt deckt. In diesem Rahmen prüft der Bund, wie eine steuerfinanzierte Stabilisierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung vor dem Hintergrund der hohen coronabedingten Mehrkosten aussehen könnte.

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