Länger arbeiten?
Verband warnt vor weltweitem Pflegenotstand

Bereits im Frühjahr fehlten laut WHO rund sechs Millionen Krankenschwestern und Pfleger weltweit. Bis 2030 dürften noch einmal 4,7 Millionen Fachkräfte in Rente gehen. Ein Verband schlägt Alarm.

Donnerstag, 10.12.2020, 10:24 Uhr aktualisiert: 10.12.2020, 10:26 Uhr
Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreuen einen Corona-Patienten.
Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreuen einen Corona-Patienten. Foto: Fabian Strauch

Genf (dpa) - Aus Sorge vor einem weltweiten Pflegenotstand sollen Pflegekräfte nach Vorstellungen ihres globalen Fachverbands zum längeren Arbeiten motiviert werden.

Der Internationale Verband der Pflegekräfte (ICN) schloss sich am Donnerstag in Genf Warnungen vor einem enormen Personalmangel an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Frühjahr von etwa sechs Millionen fehlenden Krankenschwestern und Pflegern gesprochen. Experten warnten nun, dass sich die Lage bis 2030 mit 4,7 Millionen Fachkräften, die in Rente gingen, verschlimmern könnte. Dabei seien die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht einberechnet.

Verbandschef Howard Catton verwies darauf, dass ausländische Kräfte zunehmend in ihren Heimatländern gebraucht würden. «In der Vergangenheit haben reiche Länder den Import von Pflegekräften aus ärmeren Ländern als entscheidenden Teil der Lösung ihres eigenen Mangels betrachtet», sagte Catton. «Das war niemals akzeptabel, wenn es Länder mit schwächeren Gesundheitssystemen ihrer eigenen dringend benötigten Pflegekapazitäten beraubte.» In Folge der Pandemie könnten klassische Herkunftsländer diese Rolle nicht mehr erfüllen.

Die Experten zählen in ihrem Bericht zehn Punkte auf, um ältere Krankenschwestern und Pfleger im Beruf zu unterstützen. Dazu zählen Einstellungsverfahren ohne Altersdiskriminierung, eine an die Bedürfnisse von Älteren angepasste Bezahlung, weniger Arbeitsbelastung und Stress sowie Möglichkeiten zum flexiblen Eintritt in die Rente.

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