Landgericht München
Angeklagter im Prozess um falsche Polizisten gesteht

Immer wieder bringen falsche Polizeibeamte vor allem ältere Menschen um deren Erspartes. Bei einem Prozess in München gesteht ein 23-Jähriger nun seine Beteiligung an solchen Trickbetrügereien.

Freitag, 08.01.2021, 14:20 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 14:22 Uhr
Die beiden angeklagten Männer verdecken vor Prozessbeginn ihre Gesichter.
Die beiden angeklagten Männer verdecken vor Prozessbeginn ihre Gesichter. Foto: Sven Hoppe

München (dpa) - In einem Prozess um die verbreitete Betrugsmasche mit falschen Polizisten hat ein Angeklagter am Freitag in München seine Beteiligung an mehreren Taten vor allem in Berlin gestanden.

Zeitgleich spielte der 23-Jährige seinen Anteil daran aber herunter: «Ich war ja nur dabei», sagte er zum Prozessauftakt am Landgericht München I.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und einem gleichaltrigen mutmaßlichen Komplizen vor, mehrere alte Menschen um ein Vermögen gebracht zu haben. Sie sind wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und Bandendiebstahls angeklagt. Der Prozess gegen weitere mutmaßliche Mitglieder der Bande hatte bereits am Donnerstag begonnen.

Immer wieder fallen vor allem ältere Menschen auf die verbreitete Betrugsmasche herein, bei der angebliche Polizisten - meist aus Callcentern in der Türkei - anrufen und ihre Opfer dazu bringen, Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände herauszugeben. Die Polizei warnt immer wieder davor, dennoch sind Betrüger oft erfolgreich.

Die Tatorte der angeklagten Taten sind Berlin, Frankfurt und München. In einem Fall soll die Bande eine betagte Münchnerin dazu gebracht haben, Goldmünzen und Geldscheine auf einem Grünstreifen hinter ihrem Haus abzulegen, wo sie dann - mutmaßlich von den beiden Angeklagten - abgeholt wurden.

Die beiden Männer, die seit Freitag vor Gericht stehen, sollen vor allem die Aufgabe gehabt haben, die Wertsachen von ihren Opfern abzuholen. «Er meinte, wir müssen nur was abholen und kriegen dafür 500 Euro», sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt über einen Bekannten, der ihn mit der Bande in Verbindung gebracht haben soll.

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