Prozess in London
Gericht: Verlag muss im Rechtsstreit mit Meghan zahlen

Die Herzogin von Sussex, Ehefrau von Prinz Harry, wird nicht müde, gegen die britische Boulevardpresse zu kämpfen. Es geht ihr um ihr Persönlichkeitsrecht.

Dienstag, 02.03.2021, 18:13 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 18:16 Uhr
Meghan, Herzogin von Sussex, will sich von der Boulevardpresse nichts mehr gefallen lassen.
Meghan, Herzogin von Sussex, will sich von der Boulevardpresse nichts mehr gefallen lassen. Foto: Kirsty Wigglesworth

London (dpa) - Im Rechtsstreit von Meghan gegen die «Mail on Sunday» hat ein Londoner Gericht den Verlag zur Zahlung von zunächst 450.000 Pfund (rund 520.000 Euro) für die Kosten des Verfahrens verpflichtet. Das erklärte der zuständige Richter am Dienstag bei einer virtuellen Anhörung am Londoner High Court.

Meghans Anwälte hatten zuvor eine Überbrückungszahlung von 750.000 Pfund innerhalb von zwei Wochen zur Abdeckung der rechtlichen Kosten gefordert - ebenso wie die Rückgabe von Kopien der von Meghan handgeschriebenen Briefe an ihren Vater. Die Briefe an Thomas Markle stehen im Zentrum des Rechtsstreits, da die Zeitung in mehreren Artikeln daraus zitiert hatte - wogegen Meghan geklagt hatte.

Die Herzogin hatte vor wenigen Wochen vor Gericht einen wichtigen ersten Erfolg gegen den Verlag errungen. Der Londoner Richter stimmte der Abkürzung des Verfahrens zu und gab ihrer Auffassung Recht, dass durch die teilweise Veröffentlichung eines Briefs ihre Persönlichkeitsrechte verletzt worden seien. Der Verlag kündigte am Dienstag an, gegen die Abkürzung in Berufung gehen zu wollen. Der Richter erklärte, er halte es für unwahrscheinlich, dass ein anderes Gericht die Dinge anders bewerten würde. Letztlich müsse dies jedoch das Berufungsgericht entscheiden.

Die Anwälte der Herzogin forderten zudem eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag, um weitere «Urheberrechtsverletzungen und den Missbrauch privater Informationen» zu verhindern. Für letzteren Punkt gab das Gericht dieser Forderung statt. Bei einer weiteren Anhörung Ende April oder Anfang Mai soll über mögliche weitere finanzielle Entschädigungen und andere Detailfragen entschieden werden.

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