Börse in Frankfurt
Gewinne im Dax mit Rückenwind aus New York

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich nach zuletzt zwei Verlusttagen ein wenig erholt. Vor allem in den Schlussminuten des Handels setzte sich der deutsche Leitindex mit Rückenwind von den US-Börsen leicht in die Gewinnzone ab. Letztlich legte er um 0,27 Prozent auf 13.103,56 Punkte zu.

Freitag, 15.12.2017, 18:38 Uhr

Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main.
Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt am Main. Foto: Christoph Schmidt

Die sonst gewohnten Schwankungen am sogenannten Hexensabbat, bei dem Termin- und Optionsgeschäfte auslaufen, gab es dieses Mal weitgehend nicht.

Aus den USA kam wieder steigende Zuversicht nach Europa, dass die von Donald Trump versprochene Steuerreform doch noch zu einem Erfolg werden könnte. Erneut wurde der Markt zum Wochenschluss auch vom schwächer tendierenden Euro gestützt, der die deutschen Exporte verbilligen kann. Im Wochenvergleich verbuchte der Dax aber dennoch ein Minus von knapp 0,4 Prozent. Er verharrte in den vergangenen Tagen weiter in seiner engen Spanne zwischen 12.800 und 13.250 Punkten, in der er nun schon über einen Monat ist.

In der zweiten Börsenreihe waren die Vorzeichen negativ. Der MDax schloss am Freitag 0,11 Prozent tiefer bei 26.043,16 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,15 Prozent auf 2532,04 Punkte nach unten.

Adidas-Aktien erholten sich mit gut 1,9 Prozent Plus von ihrem jüngsten Kursrutsch. Zuvor waren sie in dieser Woche in der Spitze um mehr als 8 Prozent gefallen, was Experten nach einem starkem Lauf in den vergangenen Jahren mit Umschichtungen der Anleger begründeten.

Schwächster Dax-Wert waren die RWE-Aktien. Mit Einbußen von rund 2,7 Prozent setzten sie ihre Talfahrt nach einer Gewinnwarnung der Ökostrom-Tochter Innogy auch den dritten Tag in Folge fort. Seither haben sie nun schon rund 19 Prozent an Wert verloren. Die Innogy-Papiere schlossen derweil am Freitag im MDax kaum verändert.

Für die Papiere der Deutschen Telekom war es kein Kurstreiber, dass die Bonner am niederländischen Mobilfunkmarkt gemeinsam mit dem schwedischen Konkurrenten Tele2 antreten wollen. Die Titel gaben um 0,7 Prozent nach.

Merck-Aktien dagegen rückten um ein halbes Prozent vor. Kreisen zufolge gibt es zahlreiche Interessenten am Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten, das der Chemie- und Pharmakonzern zum Verkauf stellte.

Zudem standen noch die Papiere von SAP wegen vorgelegter Zahlen des US-Konkurrenten Oracle im Fokus. Zeitweise belastete ein schwacher Ausblick der Amerikaner auch bei SAP den Kurs, weil dies laut Händlern auch die Erwartungen an das Cloud-Geschäft der Walldorfer ein wenig dämpfe. Letztlich konnten sich die Papiere des Softwareriesen aber mit 0,6 Prozent ins Plus retten.

Weiterhin Turbulent ging es am Freitag bei den Steinhoff-Titeln zu, die nochmals um gut 6,5 Prozent absackten. Bei dem von einem Bilanzskandal erschütterten Möbelhersteller hat sich Hauptaktionär Christo Wiese von der Konzernspitze zurückgezogen.

Der EuroStoxx 50 rettete sich am Ende knapp ins Plus auf 3560,53 Punkte. Währen der CAC 40 in Paris leicht nachgab, ging es für den FTSE in London um fast 0,6 Prozent nach oben. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial stand zum Börsenschluss in Europa in ähnlichem Maße im Plus wie der «Footsie».

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 141,59 Punkte. Der Bund-Future gab knapp um 0,02 Prozent auf 163,48 Punkte nach. Der Euro fiel auf 1,1780 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor auf 1,1806 (Donnerstag: 1,1845) US-Dollar festgesetzt.

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