Börse in Frankfurt
Drohende US-Autoimportzölle lassen den Dax relativ kalt

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag die Drohung von US-Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU vergleichsweise gut verkraftet. Er schloss letztendlich mit einem Plus von 0,54 Prozent bei 12.579,72 Punkten.

Freitag, 22.06.2018, 18:50 Uhr

Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt.
Im Schriftzug "DAX" spiegelt sich die große Anzeigetafel mit dem bis dahin erreichten Kursverlauf im Handelssaal der Börse in Frankfurt. Foto: Christoph Schmidt

Das war auch sein Tageshoch. Die Aktien der hiesigen Autoindustrie gerieten hingegen teils deutlich unter Druck. Gleiches galt für die Papiere des Chipherstellers Infineon, der einen großen Teil seines Geschäfts mit der Branche macht. Auf Wochensicht büßte der Dax angesichts der Verluste der vergangenen Tage 3,31 Prozent ein.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax, zu dem auch etliche Autozulieferer zählen, beendete den Tag 0,55 Prozent fester bei 26.401,33 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax kam mit einem Plus von 0,01 Prozent auf 2799,05 Zähler kaum von der Stelle.

Auch an Europas Börsen legten zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete sich mit einem Plus von 1,12 Prozent bei 3441,60 Punkte aus dem Handel. Noch deutlicher ging es für die nationalen Indizes in Paris und London bergauf. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann zum europäischen Börsenschluss gut ein halbes Prozent.

Als Kursstütze für den Dax erwiesen sich die deutlichen Kursaufschläge des Index-Schwergewichts Bayer sowie des Neulings Covestro: Während die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzerns mit plus 2,54 Prozent die Gewinnerliste anführten, ging es für die Anteilsscheine des ehemals zu Bayer gehörenden Spezialchemiekonzerns Covestro um 1,68 Prozent hoch. In beiden Fällen sorgten positive Analystenkommentare für Auftrieb.

Die Anteilsscheine der Deutschen Bank mischten mit einem Gewinn von 1,24 Prozent ebenfalls weit vorn im Leitindex mit. Sie profitierten wie die gesamte Branche vom bestandenen Stresstest der großen europäischen Geldhäuser in den USA.

Dagegen büßten die Papiere von Dax-Schlusslicht Infineon 2,45 Prozent ein. Beim Autobauer BMW mussten die Aktionäre Kursverluste von 1,12 Prozent verkraften. Moderater fielen die Verluste bei den Konkurrenten Daimler und Volkswagen sowie beim Zulieferer und Reifenhersteller Continental aus.

Die Aktienkurse der im MDax gelisteten Zulieferer Dürr, Leoni und Hella sackten hingegen zwischen 2 und 5 Prozent ab. Beim Lichtspezialisten Osram, der auch die Autobranche beliefert, stand ein Minus von über 3 Prozent zu Buche.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Vortag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,35 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,11 Prozent auf 162,04 Punkte. Der Euro legte zu und kostete zuletzt 1,1638 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1648 (Donnerstag: 1,1538) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8585 (0,8667) Euro.

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