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Ausstellung „Querschnitt“ im Kunsthaus Ruchniewitz eröffnet

Biografie des Schaffens in Kunstwerken zu sehen

BIllerbeck

„Es ist eine Zeitreise von meiner Vergangenheit in die Gegenwart“, beschrieb Thomas Perl die Auswahl seiner Kunstwerke. Der Bildhauer und Maler freute sich sehr, zum ersten Mal in Billerbeck im Kunsthaus Ruchniewitz ausstellen zu können. Am Freitag begann die Ausstellung mit dem Titel „Querschnitt“ mit einer Vernissage, zu der sich zahlreiche Gäste sowie die Kunsthistorikerin Dr. Annette Georgi aus Münster als Laudatorin in der Galerie eingefunden hatten.

Von Iris Bergmann

„Querschnitt“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die im Kunsthaus Ruchniewitz eröffnet wurde. Zu sehen sind dort Werke von Thomas Perl. Foto: Foto: Iris Bergmann

Thomas Perl, gebürtiger Kölner, hat zwar noch nie in Billerbeck ausgestellt, aber dennoch engen Bezug zu der kleinen Stadt im Münsterland: „Ich war während meines Studiums in Münster sehr oft im Steinbruch bei Hesselmann, jetzt Dirks“, erzählte er. Und seinem damaligen Professor Jörg Heydemann, der in der Domstadt lebt, sei er so lebendig in Erinnerung geblieben, dass dieser ihm einen Brief zur Ausstellung geschrieben habe. Die wichtigste Person seines Lebens, seine Frau Antonia Caballero, hat viele Jahre in Billerbeck gelebt. Alles zusammen prägte sein Wirken und seine Werke. Seine Frau, die ihm stets den Rücken für sein künstlerisches Schaffen freigehalten hat, war und ist auch immer wieder seine Muse. Da die Bildhauerei für den 59-Jährigen im Mittelpunkt des frühen Schaffens stand, schöpfte er im Münsterland mit dem Baumberger Sandstein aus dem Vollen. Und: Er kombinierte seine Objekte mit Blei. „Zu Blei hatte ich seit der Kindheit einen Bezug, denn wir haben immer in einem alten Bleibergwerk gespielt“, erläuterte er. Über die Jahre und durch Weiterentwicklung sind neben den Skulpturen auch Klangstelen entstanden – und natürlich Bilder. Auch hier, bei den wunderschönen, großen Gemälden ist die Entwicklung des Künstlers zu sehen: Zeigten die ersten Werke mehrere Ebenen in wunderschönen Farben, quasi vom unscharfen Hintergrund hin zum scharfen Vordergrund, so wandelten sich die Werke hin zum Monochromen. Faszinierend an den Bildern ist, dass sie im ersten Moment für das Auge des Betrachters abstrakt wirken, aber bei längerem Hinschauen doch Objekte zu erkennen sind. Besonders gut ist das in der Serie von Werken zu erkennen, für die sich Thomas Perl am Steinhuder Meer Inspirationen geholt hat. Die neueren Werke sind eher monochrom und hier lässt der Künstler das Material bestimmen, wie das Bild hinterher ausschaut. Er lässt die Werke oxidieren und so nur stellenweise den Hintergrund des Gemalten auf der Leinwand erscheinen.

Eine kleine Premiere hat er sich für Billerbeck aufgehoben. „Aber mehr oder weniger unbewusst“, gab er zu. Unter den Klangstelen und Malereien sind kleine gerahmte 3D-Reliefs zu finden, die eigentlich als Entwürfe für die Monumentalskulpturen gedacht waren. Nun faszinieren sie in Farbe und Form den Betrachter.

Die Ausstellung ist ein wirklicher „Querschnitt“, eine Biographie des Schaffens von Thomas Perl und im Kunsthaus Ruchniewitz bis zum 14. April zu sehen. Sie endet an dem Tag mit einer Finissage um 15 Uhr.

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