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Tierschützer fangen unter anderem am Regenrückhaltebecken unkastrierte Katzen ein

Dann schnappt die Falle zu

Billerbeck

Zack! Die Falle schnappt zu! Darin: ein richtig dicker Kater. Verwildert und natürlich unkastriert. „Das ist einer vom Kaliber, der sicher keine Mieze links stehen gelassen hat“, sagt die Billerbeckerin Sarah Bosse, die im Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung aktiv ist, zufrieden. Für unerwünschten Nachwuchs sorgen wird dieser stramme Bursche nicht mehr. Er ist einer von vier verwilderten erwachsenen Katzen, die der Tierschutzverein auf dem Gelände des Regenrückhaltebeckens an der Osterwicker Straße zwecks Kastration eingefangen hat. Solche Aktionen sind wichtiger Teil der Katzenschutzverordnung, die Anfang 2019 im Kreis Coesfeld in Kraft getreten ist.

Eine der Katzen, die an der Osterwicker Straße in die Falle gegangen sind, hatte eine niedliche Überraschung dabei. Kaum im Tierheim angekommen, brachte sie vier Katzen-Babys zur Welt. Foto: Foto: Tierschutzverein

„Der Kreis stellt uns ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, dass wir verwilderte, herrenlose Katzen einfangen und kastrieren lassen können“, erklärt Sarah Bosse weiter in ihrer Pressemitteilung. „Solche, die halbwegs handzahm sind, versuchen wir zu vermitteln. Viele von ihnen – so auch der erwähnte Kater – sind aber so wild, dass unsere Mitarbeiter nach der Aktion erst einmal ihre Finger durchzählen. Diese Tiere werden nach der Kastration mit einem Langzeitantibiotikum versehen und dürfen dann wieder in ihr Revier zurück, wo sie aber nicht mehr für eine unkontrollierte Vermehrung sorgen können. Bei der Kastration bekommen sie eine kleine Kerbe ins Ohr, so dass man direkt sehen kann, dass sie bereits kastriert sind.“

Herrenlose verwilderte Katzen sind oft unterernährt und krank und schlagen sich mehr schlecht als recht durchs Leben. „Wir konnten im letzten Jahr über den Tierschutz bereits 435 herrenlose Katzen einfangen und kastrieren“, berichtet Sarah Bosse weiter. „312 davon waren zum Glück handzahm und konnten vermittelt werden. Dennoch werden noch immer viele Katzenbabys von Streunern ins Tierheim gebracht. Uns ist bewusst, dass man einen langen Atem haben muss und es einige Jahre dauern wird, bis man einen deutlichen Rückgang der Population herrenloser Katzen verzeichnen kann.“

Eine der vier Katzen, die an der Osterwicker Straße in die Falle gegangen sind, hatte eine süße Überraschung an Bord. Kaum im Tierheim angekommen, brachte sie vier Babys zur Welt. „Die müssen sich nun nicht mehr als verwilderte Tiere durchschlagen, sondern werden in liebevolle Hände vermittelt. Wenn man die vier Babys mitzählt, haben wir an dem Hotspot dort schon mal acht Mini-Tiger eingefangen, die sich nun nicht mehr unkontrolliert weitervermehren können“, zieht Sarah Bosse positive Bilanz. „Im Spätherbst werden wir dort noch einmal Fallen aufstellen.“

Schon mehrmals wurde Bosse von besorgten Bürgern gefragt, wie man verhindern will, dass eine Katze in die Falle geht, die ein Zuhause hat. „Ganz verhindern kann man das leider nicht“, erklärt die Tierschützerin, beruhigt aber. „Solche Tiere werden sofort wieder freigelassen, die Fallen werden mehrmals am Tag kontrolliert. Teil der Katzenschutzverordnung ist ja schließlich auch, dass Katzenbesitzer verpflichtet sind, ihre Tiere, die Freigang genießen, kastrieren, chippen und im Haustierregister registrieren zu lassen. Daher sind diese Katzen für uns leicht zu erkennen. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert eine Strafe von bis zu 1000 Euro.“

Die Stadt Billerbeck hat zu Beginn des Jahres zusammen mit den jährlichen Gebührenbescheiden einen entsprechenden Flyer an die Haushalte verschickt, dem alle wichtigen Infos zur Katzenschutzverordnung zu entnehmen sind.

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