Freibad öffnet seine Tore / Gäste kommen aus Düsseldorf, Dortmund und Tecklenburg

„Das ist richtig Urlaubsfeeling“

Billerbeck. Lena Ruhoff hat sich gerade eine Abkühlung im Wasser verschafft. „Man kann gar nicht aufhören. Das ist schon wie ein Suchtfaktor. Und heute ist das Wetter besser“, sagt die Sendenerin und lächelt. Sie und ihr Mann Cay sind gleich zweimal am Wochenende angereist, um ausgiebig zu schwimmen. Samstag und Sonntag. „In die Sonne hauen, sich eincremen, eine Pommes essen – das ist Sommerfeeling“, sagt sie. Keine Frage, das kommt bei 28 Grad auch auf.

Stephanie Sieme

Simone und ihre Tochter Laura sind fürs Schwimmvergnügen extra aus Dortmund angereist. Foto: Stephanie Sieme

Das Billerbecker Freibad ist das erste in NRW, das am Wochenende unter strengen Hygiene- und Infektionsschutzvorgaben seine Tore öffnet. Möglich ist dies im Rahmen des Projektes „Modellregion“ des Kreises Coesfeld. Dabei können Öffnungen in bestimmten Bereichen unter wissenschaftlicher Begleitung ausprobiert werden.

Schon ein paar Minuten vor der eigentlichen Startzeit werden die Tore zum Bad am Samstag geöffnet. Eine Schlange hat sich vor dem Eingang bis fast zur Osterwicker Straße gebildet. „Wir wollten das direkt entzerren“, erklärt Jürgen Maas (Stadt Billerbeck). Die ersten Schwimmbegeisterten hätten schon um 8.30 Uhr und damit anderthalb Stunden vor Öffnung vor den Toren gestanden, wie Badleiter Adi Bautsch berichtet. Sie kommen nicht nur aus der „Perle der Baumberge“, sondern unter anderem auch aus Düsseldorf, Radevormwald, Tecklenburg. Dortmund, Rheine und Münster.

Knapp 300 Schwimmbegeisterte haben am ersten Öffnungstag das Freibad besucht. Simon Enders ist der erste, der es betritt. Der erste Freibad-Besucher 2021 in ganz NRW. „Es ist wieder schön, hier zu sein“, sagt der 16-jährige Billerbecker. Auch Lena und Cay Ruhoff gehören zu den ersten Badegästen. „Wir sind früh aufgestanden, haben unser Frühstück mitgenommen“, erzählt die Sendenerin. Und – wie ist es? „Hier im Wasser ist es wärmer als draußen“, sagt sie. 13 Grad sind es am Samstagvormittag. Das Wasser ist auf 21 Grad erwärmt. Ruth Hauling zieht gemütlich ihre Bahnen. „Nur die Dusche war kalt“, so die Billerbeckerin, der das nichts ausmacht. Schließlich gehört sie seit vielen Jahren zu den Frühschwimmern, die schon sportlich aktiv sind, wenn für andere gerade erst der Wecker klingelt. Zum Kreis der Frühschwimmer gehört auch Ulla Messing, die sich ins Becken gewagt hat. „Darauf haben wir lange gewartet“, sagt die Billerbeckerin. „Ich bin froh, dass es losgegangen ist.“ Das Frühschwimmen startet zwar erst nächste Woche, aber die beiden Frauen wollten die Schwimm-Gelegenheit jetzt schon einmal nutzen. „Kalt, kalt, kalt“, ruft Tom seiner Mutter zu, als er die ersten Stufen ins azurblaue Wasser nimmt. Er ist zusammen mit seiner Schwester Nike und Mama Nina Ilic-Weland im Freibad. „Darauf haben wir lange hingefiebert“, so die Domstädterin.

Die Stimmung bei den Schwimmern ist mehr als gut. An beiden Tagen. Das Wetter kann allerdings nicht unterschiedlicher sein. Sind es am Samstag 13 Grad, ist am Sonntag mit 28 Grad der Sommer ausgebrochen. „Das ist richtig Urlaubsfeeling“, findet Simone, die mit ihren Töchtern extra aus Dortmund angereist ist. „Eine Stunde Fahrtzeit ist ja nicht viel.“ Das nehme man für ein Schwimmvergnügen nach acht Monaten Abstinenz gerne in Kauf. „Es ist herrlich, richtig schön.“ Sie kann sich vorstellen, wiederzukommen. Sind am Samstag eher die Sportschwimmer im Wasser, so ist der Sonntag ein Familientag. Auf der Liegewiese wird sich – mit Abstand – gesonnt, am Kiosk ein Eis geholt, im großen 50-Meter-Becken eine Abkühlung verschafft. „Alle sind relaxed“, so Maas. 370 Besucher – das ist zeitweise der Höchststand an diesem Tag. Rund 600 sind es insgesamt über den Tag verteilt. Eine Besucher-Ampel zeigt die Auslastung an. Bei 249 Besuchern springt sie auf Gelb, bei 500 auf Rot. Denn maximal 500 Personen dürfen sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten, im Becken 155 und bei Sprungbetrieb nicht mehr als 140.

7 Wer das Freibad besucht, muss eine ärztliche Bescheinigung oder einen negativen Corona-Schnelltest (keine Selbsttests) vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Kinder bis zum Schuleintritt sind ausgenommen. Auch vollständig Geimpfte sowie Genesene brauchen keinen Test. Für die digitale Nachverfolgung kommt die Luca-App zum Einsatz. Wer kein Smartphone besitzt, kann einen Vordruck, der von der Internetseite des Freibads heruntergeladen werden kann, ausfüllen. Auf dem ganzen Gelände gilt eine Maskenpflicht – nur nicht auf dem direkten Weg ins Wasser. Es sei eine erfolgreiche Eröffnung der Freibad-Saison gewesen, so Badleiter Adi Bautsch. Die Gäste hätten sich weitestgehend an die Regeln gehalten. Es sei richtig schön, das Lächeln und die Freude in den Gesichtern der Besucher zu sehen. „Diese Entspannung – zumindest für ein paar Stunden. Darauf haben wir hingearbeitet.“

Startseite