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„Ein Hoch auf uns“: Publikum feiert Meilensteine der deutschen Rock- und Popgeschichte

Drei Stunden voller Glücksmomente

Billerbeck

Aufwärmen? Ist nicht nötig – kaum betreten Jan Ammann, Andreas Bieber, Patrick Stanke und Volkan Baydar die Bühne und stimmen voller Power die ersten Töne von „Auf uns“ an, springt das Publikum in der vollbesetzten Billerbec-ker Sporthalle auf, klatscht und tanzt und lässt sich mitreißen von dem „Feuerwerk aus Endorphinen“. Die Glückshormone halten an, bis man sich beim allerletzten Titel „Tage wie diese“ fast drei Stunden später tatsächlich Unendlichkeit wünscht.

Von Ursula Hoffmann

Jan Ammann (v.l.) , Andreas Bieber, Patrick Stanke und Volkan Baydar feiern in "Ein Hoch auf uns" in der ausvekauften Billerbecker Zweifachsporthalle Meilensteine der deutschen Rock- und Popgeschichte. Foto: Ursula Hoffmann

Nach einer begeistert gefeierten Reise durch die Meilensteine der internationalen Rock- und Pop-Geschichte im Jahr 2018 stehen im neuen „Milestones Projekt“ die unsterblichen deutschsprachigen Hits von den 70er Jahren bis heute auf dem Programm. Jan Amman, der sich über ein Heimspiel in Billerbeck freut, bringt es auf den Punkt: „Es ist so schön, Songs in der eigenen Sprache zu singen, ohne Umgehung den Sinn zu verstehen und sich auf das Gefühl richtig einlassen zu können.“ Und wenn die Songperlen, die jeder kennt, von vier herausragenden Solisten interpretiert werden, kann der Abend nur ein Volltreffer werden.

Mit den Musical-Stars Ammann, Stanke und Bieber und dem Popsänger Baydar haben sich vier Sänger zusammengefunden, die nicht nur vom Typ her ganz unterschiedlich sind, sondern auch völlig anders gefärbte Stimmen haben, die sie in perfekt zugeschnittenen Arrangements zu einem harmonischen Ganzen fügen. Alle stehen gleichberechtigt nebeneinander, immer wieder performen sie als Quartett tolle Versionen großer Hits. Jeder lässt aber auch dem anderen Raum, sich in Soli oder Duetten zu präsentieren und allen vier Sängern merkt man in jedem Moment an, mit welcher Begeisterung sie dieses Projekt mit Leben füllen. Immer schmeißen sie sich voller Energie in die Songs, tanzen, springen und verausgaben sich total.

Stanke überzeugt mit großer Ausdruckskraft etwa bei „Herzbeben“, Bieber schmettert flippig ausgelassen „Hulapalu“, Baydan präsentiert voller Inbrunst „Live is Live“, und Ammann schreit bei „Symphonie“ seine Gefühle heraus. Mitreißende Rock-Titel wechseln mit Gänsehaut-Balladen ab, wie „Still“ von Jupiter Jones oder „Einmal sehen wir uns wieder“ (Bieber: „Den Song schicke ich meinem Papa“).

Daneben kommt aber auch der Humor nicht zu kurz, wie bei dem mit Augenzwinkern und swingenden Hüften vorgetragene „Macho, Macho“. Begleitet werden die vier von einer grandiosen fünfköpfigen Band, die zu allen Titeln den richtigen Sound liefert, mal rockig vorwärts stürmend, mal sanft untermalend. Mit an Bord sind zwei Backgroundsängerinnen, Tamara Peters und Gülfidan Söylemez, die ihre Stimmgewalt auch Solo beweisen – Peters mit „Er gehört zu mir“, Söylemez, die bald ein Baby bekommt, mit „Vincent“.

Gemeinsam plädieren sie schwungvoll mit „Regenbogenfarben“ für eine tolerantere Welt – perfekt begleitet von den bunten Knicklichtern, die das Publikum schwenkt. Dazu passt auch das schlicht vorgetragene „Freiheit“ der Männer. Begeistert gefeiert wird ein Schlagermedley, klasse auch der Ausflug in die Welt der „Neuen Deutschen Welle“, bei der Ammann fast schwerelos als „Goldener Reiter“ über die Bühne schwebt und bei „Völlig losgelöst“ die Scheinwerfer übers Publikum tanzen.

Danke für diese musikalische Zeitreise, die alle gemeinsam wie eine große Party feiern.

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