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Gastronomiekonzept beschäftigt Ausschuss und Stadtrat

Gegen Restaurants auf der Grünen Wiese

billerbeck

Ein schönes Restaurant irgendwo auf der Grünen Wiese? Nein. Ein gutes Essen in schönem Ambiente, ein gemütlicher Abend mit Freunden beim Bier, ein schneller Kaffee zwischendurch auf der Terrasse – das soll auch in Zukunft nur im Zentrum von Billerbeck oder höchstens an so genannten ausgewählten gastronomischen Sonderstandorten möglich sein. Deshalb ist ein Gastronomiekonzept in Arbeit, das am Dienstag (21. 6.) im Stadtrat Thema ist, aber bereits vom Stadtentwicklungs- und Bauausschuss gelobt wurde.

Von Ulrike Deusch

Ein netter Restaurantbesuch mit Freunden – das soll auch in Zukunft vor allem in der Innenstadt stattfinden. Durch ein Gastronomiekonzept könnte die Verwaltung künftige Ansiedlungsanfragen steuern. Foto: Foto: Pexel

Das gut 13 000 Euro teure Konzept soll – vergleichbar mit einem Einzelhandelskonzept – regeln, wo in Billerbeck welche Art von Gastronomie in Zukunft möglich sein soll. Ein solches Instrument fehlt bisher und ist dringend erforderlich, um langfristig Locations vor der Stadt zu verhindern, machte im Ausschuss Katharina Ruhr vom Büro Stadt + Handel deutlich, das einen Konzept-Entwurf erarbeitet hat. „Gastronomie ist das neue Shopping“, versicherte sie den Politikern. Immer mehr würden Restaurants, Cafés und andere gastronomische Orte zu Besuchermagneten und Frequenzbringern für Innenstädte, lautete ihre These. „Es werden entsprechende Anfragen kommen und da ist es wichtig, dass Sie in Billerbeck verlässliche Kriterien haben, nach denen Gastronomie in der Innenstadt und nicht auf der Grünen Wiese angesiedelt wird“, so Ruhr. Längst gebe es Städte, an denen sich Restaurants an Ausfallstraßen aneinanderreihten. Das gelte es zu verhindern.

Aktuell hat Billerbeck 29 gastronomische Betriebe, die meisten im Innenstadtbereich. Daneben gibt es Sonderstandorte etwa an touristisch attraktiven Orten wie dem Ferienpark Baumberge oder dem Kloster Gerleve. Heftig diskutiert wurde in der Vergangenheit bekanntlich über ein Bistro am Aldi und im Gartenfachmarkt in Hamern.

Ruhr präsentierte einen Kriterienkatalog, mit dem es möglich werden soll zwischen Versorgungsgastronomie – dem schnellen Imbiss im Stil der Pommesbude – und Erlebnisgastronomie – dem Einkehren und Verweilen – zu unterscheiden. Erlebnisgastronomie soll nach dieser Definition und nach Abgleich der vorgeschlagenen Kriterien in der Innenstadt und an ausgewählten Sonderstandorten angesiedelt werden. Verbrauchergastronomie wäre im gesamten Stadtgebiet möglich.

Woran erkennt man die Erlebnisgastronomie? Folgende Merkmale führte Ruhr an: lockt Touristen, hat ein Einzugsgebiet über Billerbeck hinaus, wird zu Freizeitgestaltung und Entertainment angesteuert, hat eine ansprechende Atmosphäre, hat ein großes Flächen- und Stellplatzangebot und eine lange Verweildauer der Gäste.

Dass ein Gastronomiekonzept notwendig und das vorgestellte gut ist, fanden im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss die Vertreter aller Fraktionen. Mehrfach wurde allerdings die Befürchtung laut, dass trotz einer Bewertungsmatrix in der Praxis der Teufel im Detail stecken werde. Wenn der Rat der Vorgehensweise zustimmt, soll der Konzept-Entwurf den örtlichen Betrieben zugeleitet werden. Auch IHK, Handwerskammer und Dehoga werden beteiligt. Erst danach wird über das Konzept entschieden.

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