1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Billerbeck
  6. >
  7. Lustige Zeitreise mit besonderem Humor

  8. >

Freilichtbühne feiert am Freitag (20. 8.) mit „Schtonk“ Premiere

Lustige Zeitreise mit besonderem Humor

Billerbeck

Als es zum Medienskandal kam, war Siggi Schulz gerade mal zwölf Jahre alt. „Ich kann mich daran erinnern, dass es immer wieder Thema in den Nachrichten war“, erzählt er. Welche Bedeutung es hatte, wusste er als kleiner Knirps natürlich nicht. Erst zehn Jahre später, als der bekannte Regisseur Helmut Dietl eine Persiflage auf den Medienskandal rund um die gefälschten Hitler-Tagebüchern verfilmte, „ist es wieder hochgekommen“, so Schulz. „Schtonk“ heißt der Film, den die Freilichtbühne ab dem 20. August (Premiere) als Theaterstück präsentiert. Und Siggi Schulz schlüpft darin in die Rolle des Fälschers Prof. Dr. Fritz Knobel, ein Verkäufer von Historika und Antiquitäten sowie Kunstmaler. Er bietet dem Skandalreporter Hermann Willié (Tomke L. Schneider) die geheimen Hitler-Tagebücher an. Willié, der sich finanziell etwas überhoben hat, wittert seine Chance.

Von Stephanie Sieme

In dubiose Geschäfte um die Hitler-Tagebücher verwickelt: Skandalreporter Hermann Willié (l., Tomke L. Schneider) und Prof. Dr. Fritz Knobel (Siggi Schulz). Foto:

Im 1992 herausgebrachten Film hat die „Creme de la Creme“ der deutschen Schauspielszene mitgespielt – Götz George, Veronica Ferres, Uwe Ochsenknecht, Harald Juhnke, Christiane Hörbiger. „Und Ulrich Mühe, den ich großartig fand. Genauso wie Dagmar Manzel“, sagt Johannes Lang. Das Theaterstück richtet sich nach dem Textbuch von Dietl, trotzdem bringt der Regisseur, der bereits zum fünften Mal für die Freilichtbühne ein Stück inszeniert, seine eigene Handschrift mit rein. „Unsere Darsteller spielen nicht George oder Ochsenknecht nach“, betont er. Es gebe auch mehr Frauenrollen als im Film.

Größter Unterschied sei aber die Musik. „Mir hat die Filmmusik nicht gefallen“, erklärt Lang, der zusammen mit Gesangschoreografin Johanna Haecker eine neue Liederauswahl getroffen hat. „Der größte Teil sind Lieder, die aus den Jahren 1982 bis 1984 stammen“, erzählt er. Johanna Haecker wird sie während der Vorstellungen live singen. Und auch in den Kostümen finden sich die 80er-Jahre wieder. „Die Klamotten, die Ballon-Hosen, habe ich echt mal getragen“, so Schulz, der sich seit 20 Jahren bei der Freilichtbühne engagiert. „Ich bin ein echtes Kind der 80er. Das Stück ist eine Zeitreise zurück in meine Jugend.“ Den Film habe er sich ganz bewusst nicht noch einmal angeschaut, „um nicht Ochsenknecht nachzumachen“, berichtet Schulz.

Es seien vollkommen absurde Situationen, die man in der Komödie immer wieder darstelle. Mit sehr vielen Original-Zitaten, „die so passiert und gesagt worden sind“, sagt Regisseur Lang. „Oft kommen einem die Worte über die Lippen und man denkt sofort, dass das doch nicht wirklich gesagt worden sein kann“, sagt Tomke L. Schneider, für den es eine Premiere ist. Er hat zwar schon in vier Stücken auf der Bühne gestanden, aber beim Abendstück spielt er zum ersten Mal mit. Wie er seine Rolle beschreibt? „Willié ist ein schmieriger Kerl, der sich versucht, durch dubiose Geschäfte über Wasser zu halten“, sagt er. Es sei ein sehr lustiges Stück mit einem sehr besonderen Humor. „Schtonk“ ist eine groteske Komödie.

Lampenfieber hat Schneider noch nicht. „Das kommt bei der Generalprobe. Aber sobald man auf der Bühne steht, ist alles vergessen“, erzählt er. Nur noch wenige Probendurchläufe stehen an. Überhaupt war die Probenzeit vergleichsweise kurz. Erst seit dem 15. Juli, nach der Premiere von „Räuber Hotzenplotz“ wurde auf der Naturbühne im Weihgarten fleißig für „Schtonk“ geprobt. Eine Coronaschutzmaßnahme. Damit sich die beiden Ensembles hinter der Bühne nicht über den Weg laufen. Der Countdown für die Darsteller und die Mitwirkenden hinter den Kulissen bis zur Premiere von „Schtonk“ läuft.

Startseite