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Vorbereitungen für Bücher- und Flohmarkt in Gerleve laufen auf Hochtouren

Mini-Kartenspiele zwischen Wälzern

Billerbeck

Winzige Kartenspiele hält Pater Daniel Hörnemann in seinen Händen. Echte Sammlerstücke – teilweise mit Motiven aus China und Lappland. „Das waren Werbebeigaben“, erzählt er. „Das hier zum Beispiel ist ein Märchenquartett.“ Geschätztes Alter: Um die 70 Jahre. Es sind kleine Schätze, die beim Gerlever Bücher- und Flohmarkt, der am kommenden Sonntag von 9.30 bis 16 Uhr auf dem Klosterbauernhof unterhalb der Benediktinerabtei stattfindet, zu finden sind.

Von Stephanie Sieme

Laden stellvertretend für das ganze Vorbereitungsteam zum Gerlever Bücher- und Flohmarkt ein: Pater Daniel Hörnemann (l.) und Gisbert Kunze (Yennenga-Förderkreis). Foto: Foto: Stephanie Sieme

Die ehrenamtlichen Helfer haben alle Hände voll zu tun. Sie kommen nicht nur aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen mächtig ins Schwitzen, sondern auch wegen der Anzahl an Schmökern und Trödel, die sortiert werden muss. Jede Menge Bücherberge werden beackert und nach Genre sortiert. Auf der Tenne liegen die alte Schätzchen – antike Koch- und Gebetsbücher, Lexika, Notenhefte. „Das ist ein Buch über Kostümkunde“, sagt der Benediktiner, schlägt es auf – zu sehen sind neben Texten, Zeichnungen von unterschiedlichen Kleidern. Nur weniger Meter entfernt hängt ein, wie Pater Daniel Hörnemann schätzt, etwa 150 Jahre altes Bild. Der Betrachter sieht folgendes: „Die Mutter Gottes lernt lesen“, erklärt der Organisator. „Wie passend zu unserem Büchermarkt.“ Neben dicken Wälzern und Taschenbüchern, Romanen und Thrillern werden auch Schallplatten, DVDs und allerlei Trödel mit Glas und kleinen Möbeln, religiösen Artikeln, alten Bildern und Kunstwerken angeboten. „Hier ist unsere Schatzkammer“, sagt Pater Daniel Hörnemann und schreitet durch die letzte Schiebetür der langen Remise, in der jede Menge Porzellan untergebracht ist. Und dann und wann findet sich auch eine Kuriosität – wie eine Mandoline. „So etwas hatten wir noch nicht“, so Pater Kilian Röhl, der ebenfalls mit anpackt. In den vergangenen Jahren sei auch schon mal eine Gitarre und ein Klavier unter den Spenden gewesen, wie Pater Daniel Hörnemann berichtet. Aber eine Mandoline habe es noch nicht gegeben.

Seit April sind ehrenamtliche Helfer dabei, die gespendeten Bücher- und Flohmarktartikel zu sichten und zu sortieren. Wie viel das ist? Das wissen sie nicht genau. Gerade wird der vierte Container mit kaputten und verschmutzten Büchern gefüllt. „Das sind allein 40 Kubikmeter Müll.“ Manche abgegebenen Bücher seien durchfeuchtet und manchmal auch belebt gewesen. „Das ist nicht schön“, so der Benediktiner. Und das bringe die Helfer auch schon mal zur Verzweiflung. Aber sie geben alles, sod4ass bis kommenden Sonntag alles fertig ist.

Der Erlös des Bücher- und Flohmarktes kommt dem Yennenga-Förderverein, der in Burkina Faso verschiedene Projekte unterstützt, sowie einem Hilfsprojekt für die Ukraine zugute. Für das leibliche Wohl der Marktbesucher ist gesorgt. Geparkt werden kann auf dem Klosterparkplatz und auf der Wiese unterhalb des Abtei links vom Sandsteinbogen des Klosterbauernhofes. Die Organisatoren bitten die Besucher darum, in den Innenräumen – auch zum eigenen Schutz – Masken zu tragen.

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