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Spielfreudiges Ensemble bringt „Räuber Hotzenplotz“ mit Ohrwürmern auf die Bühne

Musikalische Gaunerjagd

Billerbeck

Köstlich aussehende Torten, Blumen in allen Farben, ein flackerndes Feuer vor der Räuberhöhle, Häuschen, die schief und krumm an eine bunte Spielzeugwelt erinnern – schon das Bühnenbild des diesjährigen Familienstücks „Räuber Hotzenplotz“ lässt gute Laune aufkommen. Beste Laune haben auch die acht Darsteller, die, wie Emilia Alexander, die den Kasperl spielt, lachend erklärt, „alle geflasht“ sind, weil sie seit Anfang Mai endlich auf der Bühne proben dürfen.

Von Ursula Hoffmann

Seppl und die Dorfbewohner bringen der Großmutter ein fröhliches Geburtstagsständchen – im Bild (v.li.) Leo Nowitzki (Seppl), Sandra Dirks (Gärtnerin), Kasperl (Emilia Alexander), Handwerker (Heinz Bösing), Großmutter (Anne Schuhmacher), Postbotin (Carola Windfuhr) und Polizist Dimpfelmoser (Ralf Windfuhr). Foto: Fotos: Ursula Hoffmann

Auch wenn die Zoom-Proben laut Leo Nowitzki (Seppl) gut gelaufen sind und eine Erfahrung wert waren, sind gemeinsame Bühnenproben doch für alle eine Erleichterung. „Ich habe so viele Regieanweisungen ins Textbuch geschrieben, dass ich Angst hatte, den Text gar nicht mehr lesen zu können“, schmunzelt Leo und Emilia ergänzt, „unsere Regisseurin hat uns den Ablauf mit Hilfe eines Modells mit Playmobilfiguren erklärt“.

Besonders herausfordernd fanden sie es, die vielen Lieder, die diese musikalische Räuberjagd auflockern und vorantreiben, allein zu Hause zu singen. Bei der Presseprobe beweisen sie schnell, dass es trotzdem wunderbar gelungen ist. Eine gute Voraussetzung ist dafür sicherlich der Gesangsunterricht, den beide haben, der 14-jährige Leo seit seinem neunten Lebensjahr, die 16-jährige Emilia hat seit ihrer Rolle als „kleines Gespenst“ damit angefangen.

Auch für Regisseurin Anke Lux, die zum ersten Mal an der Freilichtbühne inszeniert, sind die Proben unter Corona-Bedingungen eine ganz neue Herausforderung. „Anke Lux ist durch ihre Professionalität unglaublich flexibel und hat alles mit ganz ruhiger Hand geführt, das brachte von Anfang an Sicherheit in das Ensemble“, erklärt Geschäftsführer Christian Alexander.

Eigentlich hatte Lux sich auf ein großes Ensemble gefreut, wollte viel Volk, Räuberschüler, kleine Feen und Zauberlehrlinge auf die Bühne bringen. „Ich hätte sehr gerne große Massen bewegt, das dürfen wir aber leider nicht. Jetzt müssen wir mit den acht Spielern Varianten erfinden, wie man Nähe darstellen kann, ohne sich nah zu sein und müssen Schwung und Tempo auf andere Art hineinbringen“, schildert sie die Herausforderungen. Umarmungen fallen weg, ein Faustschlag ersetzt eine Rauferei. Das fällt beim Zuschauen während der Presseprobe allerdings kaum auf. Man vermisst tatsächlich nichts, hat statt dessen ständig ein Grinsen im Gesicht. Alle Aktiven füllen die große Bühne mit immenser Spielfreude, ständig ist überall etwas los, die Textvorlage nach dem Buch von Otfried Preußler ist ge

spickt mit Sprachwitz und wunderbaren Pointen.

Die sehr klar strukturierte Geschichte mit köstlich gezeichneten Figuren vom pfiffigen Kasperl über die naive Oma bis zum trotteligen Polizisten Dimpfelmoser gewinnt noch zusätzlich durch die fröhlich-eingängigen Lieder. Und als Sahnehäubchen obendrauf gibt die Bühne das „Billerbecker Tagesblatt“ heraus, eine tolle Zeitung mit Infos, Rezepten und Rätseln. Also ein Riesenspaß für alle Generationen. 0 Premiere ist am Samstag, 12. Juni, um 16 Uhr

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