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Freilichtbühne Billerbeck holt für „Wie es euch gefällt“ Shakespeare auf die Bühne

Närrisch-vergnügte Sommerunterhaltung

Billerbeck

Es ist nicht das erste Mal, dass die Freilichtbühne Billerbeck ein Stück von Shakespeare aufführt. Dieses Mal haben die Verantwortlichen sich aber einen besonderen Clou ausgedacht. Sie wollen den vor gut vierhundert Jahren verstorbenen Dramatiker, dessen Bühnenstücke zu den bedeutendsten der Weltliteratur gehören, für alle nahbar machen. „Wir wollen Shakespeare als Menschen zeigen, mit allen seinen Stärken und Schwächen“, erklärt Christian Alexander, Geschäftsführer Kultur. Dafür holen sie ihn auf die Bühne, lassen ihn in seiner Komödie „Wie es euch gefällt“ einfach mitspielen.

Von Ursula Hoffmann

Das Verwirrspiel um die Facetten der Liebe wird begleitet von Livemusik und garniert von flotten Tänzen. Foto: Foto: Ursula Hoffmann

Thomas Horneber hat die Ehre, in die Rolle dieses Sprachgenies zu schlüpfen. „Shakespeare steht unter enormem Druck seiner Frau, die von ihm fordert, endlich Geld zu verdienen. Also beginnt er ein Stück und lässt sich dabei inspirieren von dem, was die Spieler auf der Bühne machen. Zum Teil schreibt er voraus, zum Teil nutzt er die Darsteller als Ideengeber, sucht mit ihnen das Gespräch und greift auch aktiv ins Spiel ein“, beschreibt Horneber seine von Regisseurin Anke Lux entwickelte Rolle. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn der Autor, ein Klassiker, an der Gestaltung seines Werkes beteiligt wird“, freut sich Lux.

„Wie es euch gefällt“ lebt vom Spiel mit Kontrasten – Ernst und Humor geben sich die Hand, der korrupten Welt des Hofes wird die heilsame Wirkung des Waldes gegenübergestellt, Frauen schlüpfen in Männerrollen – besonders pikant, wenn man weiß, dass zu Shakespeares Zeiten alle Rollen von Männern gespielt wurden. „Das Stück ist eine Komödie und wir bringen es als Komödie“, erklärt die Regisseurin. Der Wald ist bei Shakespeare eine Gesellschaftsutopie, wo alle gleich sind, wo die Liebe möglich ist und wo man ohne Waffen klar kommt. „Wir möchten den Zuschauern einen amüsanten Abend schenken, der die Hoffnung schüren kann, dass Konflikte durch Liebe friedlich gelöst werden können“, so Lux Intension.

Bevor aber die Liebe siegt, haben die Akteure einen höchst humor- und fantasievollen Liebestaumel mit immer neuen Verwirrungen, Heimlichkeiten und Täuschungen zu überstehen, ein pikanter Reigen eines Tanzes zwischen den Geschlechtern. Ein weiterer Leckerbissen für die Zuschauer ist die Begleitung durch Livemusik. „Wir haben versucht, folkloristische Stücke herauszusuchen, die vom Stil in die Renaissance passen“, erklärt Bianca Grzanowski, die alle möglichen Flöten zum Klingen bringt. Dieter Schroer spielt mehrere Saiteninstrumente wie die Mandoline. Rotraud Illisch sorgt mit Waschbrett oder Kazoo für den Rhythmus und auch der Dichter selbst (Thomas Horneber) lässt es sich nicht nehmen, mit Gitarre einige flotte Tänze zu begleiten.

Für alle Gehörlosen bietet die Bühne am 27. August eine Vorstellung mit den Gebärdendolmetschern Tom Temming und Vasna Petrack an. Einer närrisch-vergnügten Sommerunterhaltung mit Shakespeares vor Witz sprühendem Liebesverwirrspiel steht nichts im Weg.

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