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Kleine statt große Lösung für Sanierung der Zweifachturnhalle

Neuer Anlauf für Fördermittel-Antrag

Billerbeck

Keine Erweiterung des Foyers und damit auch keine barrierefreie Rampenanlage, die direkt in die große Zweifachturnhalle führt – nun muss es doch die „kleinere Lösung“ für die Sanierung des Gebäudes mit einem kleinen Anbau an der Rückseite zur Johannisschule hin werden. Geschuldet ist es dem Wegfall eines üppigen Förderprogramms, bei dem sich die Stadt um Zuschüsse beworben hatte, und allgemein gestiegenen Baukosten. Nun soll ein neuer Anlauf gewagt und ein neuer Antrag auf Zuschüsse – dieses Mal beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ – gestellt werden. Das hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen (SPD/FDP) und zwei Enthaltungen (SPD) beschlossen.

Keine Erweiterung des Foyers und keine barrierefreie Rampenanlage, die direkt in die große Zweifachturnhalle führt – nun muss es doch die „kleinere Lösung“ für die Sanierung des Gebäudes werden. Foto: Foto: Archiv

Schon 2020 stellte die Stadt Planungen für die Sanierung und Modernisierung der aus den 80er-Jahren stammenden Halle vor und wurde damals vom Rat beauftragt, einen Antrag auf Fördermittel beim Investitionspakt von Sportstätten zu stellen. Dabei ist die Stadt leer ausgegangen, das Programm nun auch nicht mehr existent, sodass auch eine Folgebewerbung entfällt. Nach wie vor seien Dach und Hallenboden laut Stadt aber dringend sanierungsbedürftig. Berücksichtigt werden soll nun zudem die energetische Sanierung. Wie Jürgen Erfmann (Stadt Billerbeck) in der Ratssitzung berichtete, soll auf dem Dach, das zusätzlich gedämmt wird, eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Auch ein Speicher ist geplant sowie zwei Solewasserwärmepumpen. Ebenso wird der Hallenboden saniert. Das Foyer bleibt unverändert. Der barrierefreie Zugang soll über einen Plattformlift im Bereich der Tribüne erfolgen. Die Kosten belaufen sich für die kleine Lösung auf etwa drei Millionen Euro. 2020 wurden die Kosten für die große Lösung mit Foyer-Erweiterung und -umbau auf 2,5 Millionen Euro geschätzt, die für die kleine Lösung damals auf zwei Millionen Euro. Allgemeine Kostensteigerungen und die Kosten für die energetische Sanierung tragen zu dieser Steigerung bei, so Erfmann. Beim Investitionspakt von Sportstätten betrug die Förderquote damals 90 Prozent, beim aktuellen Programm, um das sich beworben werden soll, bei 45 Prozent. Den Eigenanteil in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro, den die Stadt tragen muss, soll durch die Investitionspauschale finanziert werden.

Frank Wieland (FDP) stellte in Frage, ob es überhaupt Sinn mache, bei den momentanen Kostensteigerungen, die Sanierung anzugehen und einen Förderantrag zu stellen. Zudem seien über 500 000 Euro allein für die Fachplanung „Wahnsinn“. Ob es nächstes Jahr einen Förderaufruf gebe, könne niemand sagen, hieß es seitens der Verwaltung. Carsten Rampe (SPD) geht davon aus, dass Förderprogramme nach und nach eingestellt werden. „Wir müssen versuchen, jede Förderung mitzunehmen“, betonte Marco Lennertz (CDU). „Ich bin natürlich enttäuscht“, so Thomas Walbaum (SPD). Das zeige, dass der Klimaschutz vor der Barrierefreiheit gehe. Er sprach sich gegen den Lift aus, weil ihn Menschen mit Behinderungen nicht selber bedienen dürften und dafür jemand geschult werden müsste. So könne man nicht selbstbestimmt in die Halle. „Da kann man das Ding gleich weglassen“, sagte Walbaum. „Da fehlen mir einfach die Worte“, so auch Marga Köhler (SPD). Seitens der Stadtverwaltung habe man sich auch nur schweren Herzens vom ersten Entwurf verabschieden können, betonte Bürgermeisterin Marion Dirks und verwies gleichzeitig darauf, dass es einen barrierefreien Zugang zur Halle schon gebe – wenngleich dies nicht der Haupteingang sei. „Aber alles andere ist finanziell nicht darstellbar“, so Marion Dirks. „Das ist sehr bitter, dass wir so eine Kröte schlucken müssen“, betonte Niels Geuking (Familien-Partei). „Wenn wir uns aber jetzt nicht auf den Weg machen, befürchte ich, dass wir gar nichts bekommen.“

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