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„Jubilate“-Konzert im Dom

Orgel und Orchester im harmonischen Einklang

Billerbeck

Ein volles Kirchenschiff war Ostermontag im Dom zu sehen, als das Jugendorchester Havixbeck unter der Leitung von Rainer Becker und mit Lukas Maschke an der Orgel sein neues Programm „Jubilate“ vorstellte. „Dieses Konzertprogramm haben wir letztes Jahr eingespielt. Heute ist es eigentlich ein historisches Konzert, denn zwei Jahre lang wurden wir durch Corona ausgebremst. Vor einem Jahr haben wir dann die Chance bekommen für dieses Konzert-Projekt“, schickte Maschke voraus. Kreisdirektor Dr. Linus Tepe bedankte sich im Namen des Jugendorchesters für diese einmalige Chance, die vom Kreis Coesfeld und vom Land Nordrhein-Westfalen getragen wurde.

Von Elvira Meisel-Kemper

Das Jugendorchester Havixbeck präsentierte unter der Leitung von Rainer Becker und mit Lukas Maschke an der Orgel das Programm „Jubilate“. Foto: Foto: Elvira Meisel-Kemper

Für die Musiker war es ein Erlebnis, wieder vor vollem Haus auftreten zu können. „Lobet den Herren mit Pauken & Zimbeln“, eine Komposition von Sigfrid Karg-Ehlert, geschrieben um 1900, hatte einen sehr barocken Touch. Der Komponist hatte sein Werk nicht umsonst mit „A la Händel“ überschrieben. Das spannende Wechselspiel zwischen dem Orchester und der Orgel verströmte eine feierliche Stimmung. Frank Ticheli schrieb das Werk „An American Elegy“ nach dem tragischen Amoklauf an der Columbine High School 1999. Deutlich spürbar war der Wechsel von Heiterkeit, Traurigkeit und Hoffnung. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Orgel, die Ticheli ursprünglich nicht vorgesehen hatte.

Die Spannung auf neue Entdeckungen in der Musikliteratur wurde durch die Interpretation der „Serenade for wind band op. 22“ von Derek Bourgeois geschürt. Drei Taktwechsel gaben dem Stück einen humorvollen Touch. Becker und Maschke arrangierten dazu ihre eigene Fassung aus mehreren Fassungen von Bourgeois. Man hatte das Gefühl, dass der „Wind“ durch den Dom wehte, rein musikalisch interpretiert. 1991 schrieb Robert Ely sein Werk „Air and Variations for organ and wind“ für den „Einsiedeln Kompositionswettbewerb“ in Cambridge. Der Klangwettbewerb von Orgel und Orchester um die Klanghoheit führte immer wieder zum harmonischen Einklang, bevor er erneut aufbrauste.

Geistliche Titel hatte Becker auch mit ins Programm genommen. Am bekanntesten war die Komposition „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Philipp Nicolai aus dem 16. Jahrhundert mit einem Satz von Johann Sebastian Bach. Der Morgenstern ist das Sinnbild für Jesus Christus. Einzelne Instrumentengruppen im spannenden Wechselspiel verliehen diesem Choral belebende Klangfärbungen. Das gewaltige Werk „Das große Tor von Kiew“ von Modest Mussorgsky aus seinem Klavierwerk „Bilder einer Ausstellung“ wurde zum Soloauftritt von Maschke, der das enorme Klangvolumen der Orgel voll ausschöpfte. Am Ende stand das Publikum und bedankte sich für das eindrucksvolle Konzert.

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