1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Billerbeck
  6. >
  7. Pendeln zwischen zwei Schulformen

  8. >

Gemeinschafts- und Gesamtschule arbeiten Hand in Hand zusammen

Pendeln zwischen zwei Schulformen

Billerbeck

Thomas Wischnewski hat nicht nur die kommissarische Leitung der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule inne, seit Sommer gehört er auch ganz offiziell zum Kollegium der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG). Er pendelt für die Arbeit nicht nur zwischen den Orten Billerbeck und Havixbeck, sondern auch zwischen zwei Schulformen. Und das tut nicht nur er, sondern mit ihm weitere Kollegen, die sich in den vergangenen Jahren mit der Gründung des Billerbecker Gesamtschul-Teilstandortes an die AFG versetzen lassen haben, gleichzeitig aber an die Gemeinschaftsschule abgeordnet wurden und dort weiterhin unterrichten.

Von Stephanie Sieme

Arbeiten von Anfang an vertrauensvoll zusammen: Thomas Wischnewski (l.), der die Leitung der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule inne hat und parallel zum Kollegium der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) gehört, und Dr. Torsten Habbel, Leiter der AFG. Foto: Foto: Stephanie Sieme

Es ist das vorletzte Jahr für die Gemeinschaftsschule. Zwei Jahrgänge, die Neuner und Zehner, werden noch im Schulzentrum „An der Kolvenburg“ unterrichtet. Im Sommer 2023 läuft die Schule aus. Dann ist Schluss und es existiert in der Domstadt nur noch der AFG-Teilstandort. „Die Billerbecker Kollegen haben ein Vorrecht, an die AFG zu kommen“, informiert Dr. Torsten Habbel, Leiter der Gesamtschule. Denn mit dem Ende der Gemeinschaftsschule werden sie sowieso eine neue Schule für sich finden müssen. Von Anfang an arbeiten die beiden Schulen Hand in Hand zusammen, wie Wischnewski und Habbel betonen. Das sei ihnen wichtig gewesen – auch damit der Prozess von der auslaufenden Gemeinschaftsschule zur wachsenden Gesamtschule behutsam und sanft erfolge. „Damit gibt es keinen harten Schnitt“, betont Habbel. Neun Lehrkräfte der Gemeinschaftsschule sind im Laufe der Jahre an die AFG versetzt, neun weitere sind in diesem Schuljahr mit einigen Stunden abgeordnet worden. Fünf Lehrkräfte der AFG unterrichten teilweise wiederum an der Geschwister-Eichenwald Schule. Und der Prozess der Zusammenarbeit der beiden Schulen sei noch nicht abgeschlossen. Habbel: „Es gibt weitere Kollegen, die überlegen, zu uns zu kommen.“

Von Anfang an habe es das Angebot gegeben, dass interessierte Lehrer der Gemeinschaftsschule an der AFG „ein paar Stunden schnuppern“, um die Schulform Gesamtschule kennenzulernen. Sie haben dort stundenweise unterrichtet und an Konferenzen teilgenommen, „um entscheiden zu können, ob es für sie vorstellbar ist, künftig hier zu arbeiten“, berichtet Habbel. Einzige Bedingung: Es muss einen Fachbedarf geben. „Es gibt Kollegen, die sich an die AFG versetzen lassen, aber ihre Klassenleitung an der Gemeinschaftsschule und den Fachunterricht zu Ende geführt haben“, berichtet Wischnewski.

Es sei zwar ein hoher logistischer Aufwand, unter anderem auch bei der Ausarbeitung des Stundenplans, aber es sei ein sehr gelungener Prozess, wie Wischnewski betont: „In den vergangenen vier, fünf Jahren hat eine sehr konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit stattgefunden.“ Auch mit der Oberstufe in Havixbeck. Waren es anfangs nur zwei bis drei Zehntklässler, die von der Gemeinschaftsschule in die Oberstufe der AFG gewechselt seien, so seien es aktuell sieben Schüler.

Seit 1999 ist Wischnewski als Lehrkraft in Billerbeck tätig – angefangen an der Realschule hat er am Übergang zur Gemeinschaftsschule mitgewirkt und begleitet nun deren Auslaufen. „Auch, wenn es weniger Schüler gibt, so sind die Aufgaben gleich geblieben“, so der kommissarische Leiter, dem es wichtig sei, dass auch die verbliebenen Schüler einen guten Abschluss machen und sich gut aufgehoben fühlen. Zwölf Stunden unterrichtet er an der Gesamtschule – Mathematik, Informatik, Sozialwissenschaften. Zudem unterstützt er bei den Schulverwaltungsaufgaben. „Ich habe es genauso wie meine Kollegen gemacht. Ich habe mir die AFG angeschaut, fand sie toll und habe entschieden, mich versetzen zu lassen. Es gibt neue Aufgaben, in die ich mich einarbeiten muss“, erzählt er. Mit weiteren 12,5 Stunden kümmert er sich um die Leitung der Gemeinschaftsschule – zusammen mit Dr. Eva Steimann.

„Mit Herrn Wischnewski haben wir einen ‘Billerbeck-Experten’ in verantwortlicher Position an der AFG. Ich verspreche mir weitere Synergieeffekte durch seine Mitarbeit, in dem er seine Kompetenz in unserer Schule einbringt und umgekehrt die Leitsätze der AFG nach Billerbeck übersetzt“, so Habbel, der die vertrauliche Zusammenarbeit mit ihm sehr schätze.

Startseite