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Betriebsleiter Rainer Hein berichtet im Umweltausschuss über Hochwasser- und Starkregenschutz

Problemfall Weihgarten im Blick

Billerbeck

Pfingstmontag 1979. Bürgermeisterin Marion Dirks erinnert sich im Umweltausschuss noch genau an diesen Tag, an dem heftiger Regen auf Billerbeck prasselte: „ Irgendwann war die Freilichtbühne komplett abgesoffen. Das Wasser lief den Hahnenkamp runter in den Tiefen Weg und zum Weihgarten.“

Von Ulrike Deusch

Von hier aus geht's bergab. Im ungünstigen Fall strömen die Fluten aus dem Bereich Donnerschlenke an der Landstraße 506 durch den Freilichtbühnenwald (links das Schild zum Freilichtbühnenparkplatz) runter in Richtung Weihgarten. Foto: Foto: ude

Dass das Wasser hier von der so genannten Donnerschlenke am Freilichtbühnenwald nicht ausreichend über die Kanalisation abfließen kann, zeigt nicht nur eine ganz neue Starkregenhinweiskarte des Landes NRW, sondern das weiß auch Rainer Hein als Leiter des Abwasserbetriebs. „Wir haben dort vor der Bahn ein Problem“, informiert er die Vertreter im Umweltausschuss und weist gleich darauf hin, dass an einer dauerhaften Lösung schon gearbeitet wird. In den Abwasserkonzepten der vergangenen Jahre seien Maßnahmen zur Verbesserung der Situation schon enthalten, Messungen seien bereits durchgeführt worden, im Wirtschaftsplan des Abwasserbetriebs für die nächsten Jahre sind Investitionen im sechsstelligen Bereich aufgeführt. Vor allem durch den Bau der Bahnlinie sind vor über 100 Jahren in diesem Gebiet, das ein starkes Gefälle und Schluchten prägen, in Sachen Entwässerung Fakten geschaffen worden, die es nun aufzuarbeiten gilt.

Betriebsleiter Hein war in den Ausschuss gekommen, um angesichts der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Sommer über die Situation und den Umgang mit Hochwasser und Starkregen in Billerbeck zu berichten (Maßnahmen siehe Infobox). Dabei machte er erneut deutlich, was er schon unmittelbar im Anschluss an die Hochwasserereignisse gesagt hatte: „Für Regenereignisse dieser Größenordnung können wir uns nicht rüsten.“ Die Starkregenvorsorge erfolge auf der Grundlage von Auswirkungen, die sich bei Ereignissen vergangener Jahre gezeigt hätten. Als Beispiel nannte er ein Starkregenereignis in 2013 von einer Heftigkeit, wie es alle 100 Jahre in Billerbeck auftreten könne. Katastrophen wie die im Sommer seien weder „hinsichtlich der Wiederkehrhäufigkeit berechenbar“, noch von den Auswirkungen her auf Billerbeck zu übertragen.

Hein kündigte an, nach dem Vorbild der NRW-Karte eine Starkregengefahrenkarte für Billerbeck aufstellen zu wollen, die noch detaillierte Informationen liefern kann. Dort sind dann auch noch weitergehende Informationen zum Problembereich Weihgarten zu erwarten.

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