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„Apfelwelten“ von Christa Gundt veröffentlicht

Revolutionäre Frucht und Liebes-Symbol

Billerbeck. Es sind Krimis, Liebesgeschichten, Erinnerungen und Märchen. Es geht um Historisches, Ökologisches und Humoriges. „Es sind fiktive Geschichten, die einen hohen biografischen Anteil haben“, sagt Christa Gundt. Erlebnisse, Erinnerungen, Erzähltes, Gelesenes. Und in allen steht eine ganz besondere Frucht im Fokus: der Apfel. „Apfelwelten“ lautet auch der Titel des Buches, das druckfrisch im Agenda Verlag Münster erschienen ist und in dem sich 21 Kurzgeschichten befinden.

Stephanie Sieme

Christa Gundt hat ein neues Buch mit dem Titel „Apfelwelten“ veröffentlicht. Darin finden sich 21 Kurzgeschichten rund um die heimische Frucht – mal als Symbol des Lebens, mals als Symbol der Liebe oder auch mals als revolutionäres Früchtchen. Foto: privat

„In den poetisch-literarischen Geschichten stellt sich die besondere Beziehung der Menschen zum Apfel in vielfältiger Weise dar“, wie es im Klappentext heißt. Mal ist es der Apfel als Frucht des Lebens, als Symbol der Liebe oder auch als revolutionäres Früchtchen.

Die Geschichten spielen im Münsterland, im Alten Land, in der Normandie, in der Neuen Welt, in der Schweiz, in Wales und an fiktiven Plätzen. „In einer Geschichte im Alten Land werden Apfelsorten als Geheimzeichen für Anhänger des Widerstandes genutzt“, erzählt die Autorin. Es sind aber auch Geschichten über Wilhelm Tell aus Sicht eines Apfels, über eine Projektwoche rund um den Apfel, über einen Schüleraustausch mit Cidre und Apfelsaft, über das Märchenland Pomolonien, in dem die Hüter des Apfels leben, und auch über Auswanderer. „Dafür bin ich extra nach Bremerhaven ins Auswanderermuseum gefahren“, erzählt Christa Gundt. Aufzeichnungen ihrer Vorfahren dienten ebenso zur Inspiration. In einer anderen Geschichte findet sich der Leser auf einer Bank unter einem Apfelbaum im Garten des weltberühmten Malers Claude Monet im französischen Giverny wieder. „In dem Garten war ich. Das habe ich genauso erlebt“, berichtet die Billerbeckerin. Ein Stimmungsbild soll es sein, das sie beschreibt. Auch Geschichten, die andere ihr erzählt haben, fließen mit ein. Christa Gundt: „Es ist ein Buch zum Schmökern, zum Vorlesen und zum ins Gespräch kommen.“

Viel hat sie für ihre Texte recherchiert, mit Fachleuten gesprochen, hat Baumschulen und Apfelhöfe besucht und war mit Imkern im Gespräch. Und während des Schreib-Prozesses ist ihr überall der Apfel begegnet und hat sie zu neuen Geschichten inspiriert. Wie die Statue des Heiligen Hermann Josef, der einen Apfel in der Hand hält und am Dom zu finden ist. 2019 hat die Autorin angefangen, Apfelgeschichten zu schreiben. Gedacht waren sie für das 20-jährige Jubiläum der Hospizgruppe Billerbeck im vergangenen Jahr. Die geplanten Jubiläums-Aktionen der Hospizgruppe, deren Mitglied die Domstädterin ist, sollten mit einem sogenannten Lebensfest zu Ende gehen. „Für den Apfel als Frucht des Lebens war eine zentrale Rolle vorgesehen“, so Christa Gundt. Corona hat aber alle Planungen zunichte gemacht. Allerdings waren zwei Geschichten für eine Lesung schon fertig. „Das brachte mich auf die Idee, mich weiterhin intensiv mit dem Apfel, seiner Symbolik und seiner Magie zu beschäftigen. Und wie das so geht, brachte eine Idee die nächste hervor, beschäftigt uns der Apfel doch schon vom Paradiese her. Der Grundstein für das Buch Apfelwelten war gelegt“, so die Autorin. Künstlerin Liesel Vonthein, auch Mitglied der Hospizgruppe, hat die im Buch veröffentlichten Aquarelle gemalt. Am 17. Mai hat Christa Gundt ihre erste Online-Lesung bei den Landfrauen. Weitere Präsenzlesungen sind geplant, können aber erst stattfinden, wenn Corona es zulässt.

„Apfelwelten“ von Christa Johanna Gundt, erschienen im Agenda Verlag Münster, 120 Seiten, ISBN: 978-3-89688-700-9, 12,90 Euro.

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