Dachsanierung am Rathaus gestartet

Schieferplatten aus Wales im Einsatz

Billerbeck. Diesen Anblick gibt es nicht alle Tage: Das Rathaus ist eingerüstet. „Wir wollen es weiter fit machen für die Zukunft“, sagt Bürgermeisterin Marion Dirks. Nachdem im Jahr 2015 der Einbau des Aufzugs für eine große Baustelle in dem denkmalgeschützten Gebäude gesorgt hat und im vergangenen Jahr die Sanierung des Sitzungssaals vorgenommen wurde, geht es nun ans Dach.

Stephanie Sieme

Informieren über die Dachsanierung am Rathaus: (v.l.) Stefan Holthausen (Stadt Billerbeck), Axel Kuhlmann (Stadt Billerbeck), Gereon Rasche (Architekt), Jürgen Erfmann (Stadt Billerbeck) und Bürgermeisterin Marion Dirks. Foto: Stephanie Sieme

Das alte Schieferdach wird saniert. Neue Schieferplatten wird es geben. „Das gleiche Material, das auch schon an der Ludgerischule verbaut worden ist“, berichtet Architekt Gereon Rasche. Walisischer Schiefer genauer gesagt. Er war 2017 der Hauptgrund, warum sich die Arbeiten am Ludgerischulgebäude so extrem verzögerten. Damals verspätete sich die Lieferung. Aber Jürgen Erfmann vom städtischen Fachbereich Planen und Bauen gibt Entwarnung: „Die Schieferplatten sind schon da und eingelagert.“ Das Dach soll zudem gedämmt, Feuchtigkeitsprobleme behoben werden. Die historischen Fenster sollen ertüchtigt werden. Die Arbeiten finden ausschließlich am neugotischen Gebäudeteil sowie an dem 1949 errichteten Erweiterungsbau statt. „Die alte Brennerei packen wir nicht an“, informiert Rasche.

Gleichzeitig wird auf dem Dachboden im vierten Stock direkt über dem Sitzungssaal ein Mehrzweckraum errichtet, der von den Verwaltungsmitarbeitern als Besprechungs- oder Sozialraum genutzt werden kann. Über dem Ratssaal befindet sich eine historische Holzbalkendecke, die aber für eine Belastbarkeit durch den Aufenthaltsraum nicht ausreiche, wie Rasche informier. Deswegen müsse eine neue Stahl-Holz-Konstruktion über der Balkendecke eingebaut werden. Auch Brandschutzmaßnahmen werden vorgenommen. Am Ende sei da ganze Gebäude, so der Architekt, brandschutztechnisch nachgerüstet.

Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf insgesamt rund 550 000 Euro, wovon 150 000 Euro auf den Innenausbau und 400 000 Euro auf die Sanierung des Daches entfallen. Die Dachsanierung wird mit Fördermitteln in Höhe von 250 000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes NRW finanziert. Rund ein halbes Jahr soll es dauern, bis alles fertig ist – wenn Corona oder Lieferengpässe bei Materialien der Baustelle keinen Strich durch die Rechnung machen. „Uns ist daran gelegen, schnell durchzukommen“, so Rasche.

Seitens der Stadtverwaltung gibt es Überlegungen, das große Stadtwappen hoch oben über den Fenstern an der Markt-Fassade gegen eine Uhr zu tauschen. „Es gab dort früher schon eine Uhr mit nur einem Zeiger“, erzählt Marion Dirks. Als die Rathaus-Uhr kaputt gegangen sei, habe der damalige Rat beschlossen, sie abzubauen, weil der Dom über eine verfügte. Das könnte sich nach den Überlegungen nun wieder ändern und eine Uhr nach historischem Vorbild eingebaut werden. „Es ist eine Idee“, so die Bürgermeisterin. Gespräche diesbezüglich müssten noch mit der Denkmalbehörde geführt werden. Gleiches gelte für die Tür, die zum historischen Treppenhaus führt. Es handelt sich nicht um das Original. „Auch dort überlegen wir, was wir machen können“, so die Bürgermeisterin.

Die Stadt ist an historischen Bildern interessiert, auf denen die frühere Tür gut erkennbar ist. „Da gibt unser Archiv nicht so viel her. Womöglich schlummert in den privaten Archiven noch die eine oder andere Aufnahme, zum Beispiel von Hochzeitspaaren vor dem Rathaus, auf denen die Tür zu erkennen ist“, sagt Axel Kuhlmann (Stadt Billerbeck). Wer also eine solche Aufnahme hat, kann sich bei der Stadt Billerbeck (Tel. 02543/730) melden.

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