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Kölsche Band „Brings“ bringt die Bühne im Weihgarten zum Beben

„So nah waren wir ihnen noch nie“

Billerbeck

Die Kölsche Band „Brings“ ist unter den Fans der Partymusik mit rockigem Touch und im Kölner Karneval ein Begriff. Nicht umsonst strömten an zwei Abenden hintereinander Hunderte von Besuchern auf die Ränge der Freilichtbühne Billerbeck, um ihre „Kölschen Jungs“ live zu sehen. Schnell entwickelte sich ein Hexenkessel voller tanzender, singender und Kölsch-trinkender Fans, die längst nicht alle aus Billerbeck kamen. Die Hard-Core-Fans der Band waren gut zu erkennen an dem schottischen Karomuster in oder an ihrer Kleidung.

Von Elvira Meisel-Kemper

Außer Rand und Band zeigten sich die Zuschauer auf den Rängen der Freilichtbühne bereits, als ihre Lieblingsband die ersten Verse anstimmte. Die Fans waren ihren Musikern so nahe wie nie. Foto: Fotos: Elvira Meisel-Kemper

Bei manchen war es nur ein Schlips, bei anderen gleich eine Hose mit Schlips und Hut, und bei Jens Christ aus Berlin war es sogar eine Narrenkappe im Schottenlook, die er just an diesem Abend im Fan-Shop am Eingang zur Freilichtbühne erworben hatte. „Brings hat mich hierher gezogen und der Geburtstag meiner Schwägerin aus Köln, die 60 Jahre geworden ist. Wir haben ihr ein Wochenende mit uns mit diesem Konzert zum Geschenk gemacht. Die Band habe ich bestimmt 50 Mal schon live erlebt. Ich kenne die Musiker seit ihren Anfängen, als sie noch geprobt haben. Anfangs war ich skeptisch. Heute überzeugen sie mich, denn sie machen tolle Musik“, verriet Christ.

Die Vorliebe der Fans für das Schottenkaromuster konnte er auch gut erklären mit Blick zur Bühne, denn dort trugen die fünf Bandmitglieder ebenfalls dieses Outfit. „Stephan Brings hat damit angefangen. Seitdem ist das ihr Markenzeichen“, ergänzte Christ. Stephan Brings (Bass/Gesang) trug sogar einen Kilt, den typischen Schottenrock. Warum eine deutsche Rockband optisch dem Schottenlook frönt und musikalisch deutsche Lieder vorträgt mit einem immer noch rockigen Sound, konnte er auch nicht erklären.

„Wir sind Kölsche Jungs“ klang es dazu von der Bühne, eingeleitet durch einen groovigen Sound von Harry Alfter (Gitarre/Gesang), der zusammen mit Stephan Brings (Bass/Gesang) und ihrem Frontman Peter Brings (Gesang/Gitarre) die Band 1990 gründete. Kai Engel (Keyboard/Gesang) und Christian Blüm (Gesang/Schlagzeug) komplettieren heute die Band. Anfangs sangen sie nur ihre Songs auf Kölsch, später auch auf Hochdeutsch. „Wir sind alles kleine Sünderlein“ war einer ihrer Erfolgshits, den das feiernde Publikum natürlich Wort für Wort mitsang. „Halleluja“ war einer ihrer jüngsten Titel, den sie auf ihrer letzten CD „Alles Tutti!“ zusammen mit dem Beethovenorchester Bonn eingespielt haben. „Superjeilezick“, ihr Durchbruchsong 2001, durfte natürlich auch nicht fehlen.

„Die letzten zweieinhalb Jahre waren traurig. Wir konnten fast nicht spielen und auch der Karneval ist ausgefallen. Dazu haben wir einen Song geschrieben“, äußerte Peter Brings, bevor sie diese Neuschöpfung servierten: „Wir singen Alaaf, vielleicht ein bißchen stiller…“ Und schon wieder leuchteten die Leuchtstäbe, die Marco Fiege (Stadt Billerbeck) buchstäblich aus den Händen gerissen wurden. Begeistert schwenkte Vera Brand aus Beelen mit ihrer Clique die Stäbe: „Wir feiern heute Junggesellenabschied einer Freundin. Die Musik stimmt einfach.“ Auch Josef Thihatmar aus Gronau war vollkommen begeistert: „In Kölle habe ich die Band schon live erlebt. So nah waren wir ihnen noch nie.“

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