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Abriss des ehemaligen Krankenhauses

Stahlriesen fressen sich durch Geschichte

Billerbeck

„Eigentlich könnten wir hier Stühle hinstellen und Glühwein anbieten“, lacht Romano Catanzariti, Einrichtungsleiter des Ludgerus-Stiftes. Die Sitzgelegenheiten würden sich sicher schnell mit schaulustigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Einrichtung füllen, die nur zu gern die Abrissarbeiten des früheren Krankenhauses beobachten würden. Denn die zwei riesengroßen Bagger fressen sich spektakulär und mit lautem Getöse in das alte Gebäude, der Boden rundherum vibriert. Die stählernen Greifarme reißen Rohre raus, ganze Mauerteile oder alte Fensterrahmen und lassen sie auf den Boden krachen.

Der Bagger frisst sich nach und nach durch das ehemalige Krankenhaus, in dem viele Billerbecker das Licht der Welt erblickt haben. Der Abriss ist in vollem Gange. Foto: Foto: Iris Bergmann

Rund um das Ludgerus-Stift entwickelt sich das neue Begegnungsviertel weiter. Zu der Kita Kunterbunt, deren Träger der Verein für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe ist, und dem Haus „Baumgarten“, das zum Stift Tilbeck gehört, entstehen nun auf dem Gelände drei neue Gebäude. Hier investieren die DKM Immobilien GmbH für Kirche und Caritas aus Münster. Was bisher nur Planung war, ist seit gestern auf dem Weg zur Realität und das Alte weicht Neuem. In dem alten Gebäude aus dem Jahr 1934 haben, als es noch das Krankenhaus war, so mancher Billerbecker oder manche Billerbeckerin das Licht der Welt erblickt. In den vergangenen Jahren wurde es als Begegnungsstätte, für Theateraufführungen und für die Unterbringung von Kita-Gruppen genutzt.

Nun profitieren junge und alte Menschen von den Neubauten. In dem größeren der drei Komplexe werden zwei Gruppen der bereits bestehenden Kita einziehen können. In den beiden anderen Gebäuden entstehen insgesamt 24 Wohnungen unterschiedlicher Größe. „Die werden barrierefrei sein“, weiß Romano Catanzariti. Aber vor allem sollen sie Menschen über die Generationen hinweg ein Zuhause bieten, Senioren ebenso wie jungen Paaren oder kleinen Familien. Romano Catanzariti freut sich über die Veränderungen und sieht das durchweg positiv. „Das wird hier ein tolles Quartier“, schaut er in die Zukunft.

Und der Abriss, der für die Menschen interessant und spannend ist, wäre für die Tiere des benachbarten Wildgeheges im hinteren Bereich an der Berkel eher Stress. Deshalb wurden sie für die Zeit des Abrisses und Neubaus ausquartiert. „Aber die Tiere kommen ganz sicher wieder“, weiß Catanzariti. Eventuell werde zur Berkel hin noch ein viertes Gebäude entstehen, dadurch werde das Wildgehege zwar etwas verändert, aber das Wildgehege wird es ganz sicher wieder geben, so der Einrichtungsleiter.

In den nächsten zwei bis drei Wochen indes gibt es noch jede Menge „Action“ auf dem Stiftsgelände. So werden die verschiedenen Materialien des abgerissenen Gebäudes noch vor Ort sortiert. „Die Kupferdachrinnen zum Beispiel, die werden natürlich nicht entsorgt“, erklärt Bauleiter Christian Medding vom Bauunternehmen Döpper Medding. Alles andere wird sortiert, beprobt und wenn die Analyse ergibt, dass das Material frei von Schadstoffen ist, kann es recycelt werden. Es gibt also viel zu tun für die Bagger und sicher auch noch viel zu sehen für die Billerbecker.

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