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AFG-Elternvertreter überreichen 6500 Unterschriften an Regierungspräsidentin

Vielfältiges Schulangebot erhalten

BIllerbeck/Havixbeck

Zwei dicke, weiße Ordner, gefüllt mit 6500 Unterschriften, haben Marco Lennertz und Torsten Burghard an Regierungspräsidentin Dorothee Feller übergeben. Sie wollen damit als Elternvertreter der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) auf ihre Belange aufmerksam machen und dem ländlichen Raum eine Stimme verleihen. „Münster muss als Oberzentrum seiner Verantwortung gegenüber den Umlandkommunen gerecht werden“, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme der beiden Schulpflegschaftsvertreter heißt.

Von Stephanie Sieme

Regierungspräsidentin Dorothee Feller (M.) empfängt die Elternvertreter Torsten Burghard (r.) und Marco Lennertz (l.) und nimmt die Unterschriften entgegen. Foto: Foto: Bezirksregierung

Die Elternschaft ist bekanntlich in Sorge, weil sich die Stadt Münster auf der Suche nach einem Standort für eine weitere Gesamtschule befindet und dabei Roxel im Gespräch ist, wo die Sekundarschule ausläuft und die weitere Nutzung des Schulgebäudes offen ist. Die Einzugsbereiche der AFG und der einer möglichen Gesamtschule in Roxel würden sich überschneiden, wie die AFG-Elternschaft befürchtet und eine Unterschriften-Aktion initiiert hatte. „Es geht uns um den Erhalt des vielfältigen Schulangebots vor Ort und darum, die Schule so zu erhalten, wie sie ist, und zwar mit dem Teilstandort in Billerbeck“, machen Lennertz und Burghard deutlich. Sollte in Roxel eine Gesamtschule gegründet werden, würde das zunächst aufgrund der vorgeschriebenen Zügigkeit (in Havixbeck vier und Billerbeck zwei) zu Lasten von Billerbeck gehen. Im Umkehrschluss bedeute das wiederum, dass mehr Kinder aus den umliegenden Orten nach Havixbeck strömen und die Kinder in Havixbeck sich anders verteilen würden. Es gehe ihnen nicht darum, einer Stadt eine mögliche Schulform zu verbieten. „Ganz im Gegenteil, Münster braucht zwingend eine weitere Gesamtschule“, verdeutlichen die Elternvertreter erneut. Nur solle diese dort errichtet werden, wo sie den ländlichen Raum nicht gefährde. Der Gesamtschulplatz müsse ihrer Meinung nach in Münster-Mitte oder Münster-Süden liegen, „dort, wo die künftigen Gesamtschüler wohnen“. Im Gespräch sind sie auch mit der Münsteraner Stadtteilelternschaft, die auch eine Gefährdung der AFG mit den Standorten Havixbeck und Billerbeck sehe. Ortsübergreifend werde um einen Kompromiss geworben. „Dabei kann der Kompromiss nicht eine Gesamtschule in MS-Roxel lauten. Wir würden uns freuen, wenn alle Entscheidungsträger alle Möglichkeiten miteinander ausloten“, schreiben Lennertz und Burghard. „Wir haben in unserer Region nicht die Möglichkeit, unsere Schulstandorte zu verlagern, Münster als Oberzentrum schon.“ Die Friedensstadt habe die Möglichkeit, ein Bildungsangebot zu schaffen, das auch die Belange des ländlichen Raums miteinbeziehe. An der Unterschriftenaktion beteiligt hatte sich auch die Münsterlandschule Tilbeck, die ihre Existenz ebenfalls gefährdet sieht.

Wie die Bezirksregierung mitteilt, wollen die Kommunen Billerbeck und Havixbeck noch ergänzende Schuldaten vorlegen, die in die Entscheidungsfindung mit einfließen sollen. Diese Unterlagen würden noch nicht vorliegen. „Nach wie vor wollen wir als Bezirksregierung noch im Sommer eine Aussage zu einer dritten Gesamtschule am Standort Münster-Roxel treffen“, heißt es.

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