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Zahlreiche Menschen bringen Spenden für Hochwasser-Opfer ins Pfarrheim

Von Solidarität „völlig überwältigt“

Billerbeck

Ein Karton nach dem anderen wird ins Pfarrheim getragen. Mikrowellen, Wasserkocher, Fernseher, Bücher, Spiele, Staubsauger, Geschirr, Radios, Töpfe, Bettwäsche, Babyschalen, Kinderwagen, Fritteusen, CDs, Bobbycars und Kuscheltiere stapeln sich. Zahlreiche Menschen bringen ihre Spenden für die Opfer der Hochwasser-Katastrophengebiete vorbei. Es ist ein Kommen und Gehen. Einer nach dem anderen kommt vorbei, teilweise bilden sich sogar Schlangen. Sie alle wollen helfen.

Von Stephanie Sieme

Fleißige Helfer haben am Dienstag die Spenden von zahlreichen Bürgern am Pfarrheim entgegengenommen. Am morgigen Donnerstag findet der zweite Abgabetermin der Initiative „Billerbeck hilft“ statt. Foto: Foto: Stephanie Sieme

„Das ist krass. Ich bin völlig überwältigt“, sagt Christian Wiesner. Er hat die Aktion „Billerbeck hilft“ für die Opfer der Hochwasser-Katastrophengebiete in seiner Heimat ins Leben gerufen und kooperiert mit der Stadt Billerbeck und den beiden Kirchengemeinden. Was sich in den vergangenen Tagen an Solidarität gezeigt habe, mache Wiesner sprachlos. Menschen, die er gar nicht kenne, hätten ihn angesprochen, weil sie helfen wollen. Teilweise am Dienstag wollten eigentlich nur Spenden abgeben und sind dann noch zum Helfen geblieben“, erzählt er. Weil so viel los gewesen ist. Bereits etwa eine halbe Stunde vor Annahmebeginn hätten die ersten vor dem Pfarrheim gestanden, um ihre Spenden abzugeben.

Nicole Kitzmann hat sich von Zuhause mit dem Bollerwagen auf den Weg gemacht, um Spenden zu bringen. „Ich finde die Aktion total schön“, sagt sie. Spielsachen wie Playmobil und Hygieneartikel bringt sie unter anderem vorbei. „Wir werden zuhause noch einmal in Ruhe unsere Sachen durchgucken.“ Umzuschauen, was sie und ihre Familie noch spenden können. „Vielen Dank für die Aktion“, ruft die Billerbeckerin den fleißigen Helfern zu, die Kartons für Kartons, Taschen für Taschen, Tüten für Tüten, Elektrogeräte und Möbel entgegennehmen, ins Pfarrheim tragen und sortieren.

Ulrike Büscher gehört zu diesen Helfern. „Ich fand die Idee toll, hatte Zeit und habe mir überlegt, mitzuhelfen. Das ist völlig selbstverständlich“, sagt die Domstädterin. Eine Herzensangelegenheit. Genauso für Rebecca Nienau. Wenn man nicht vor Ort zum Helfen sein könne, dann eben so, findet sie. Insgesamt sind es 15 Helfer, die sich gestern engagieren, sich bei Wiesner im Vorfeld gemeldet haben, um kräftig mit an zu packen.

Erich Frieling ist mit einem Hänger vorgefahren. Mit im Gepäck: Kleiderschrank, Sessel, Couchtisch, Porzellan, Gläser, Oberbetten, Stühle, Servierwagen. „Wenn die Menschen es gebrauchen können, freue ich mich“, sagt er. Auch Bernd Heuermann bringt Spenden vorbei – darunter ein Radio und ein Kinderbett. „Ich finde das ganz schrecklich, was da passiert ist. Das geht unter die Haut“, so der Billerbecker.

Und nicht nur Sachspenden wollen die Menschen abgeben, viele wollen auch finanziell unterstützen. So auch eine Dame, die dafür extra ins Pfarrheim kommt. „Ich möchte im Rahmen meiner Möglichkeiten helfen“, sagt sie. Eine soziale-kirchliche Organisation hat einen hohen fünfstelligen Betrag gespendet, wie Wiesner berichtet. Der Wiederaufbau von zwei Kitas in den Krisengebieten soll unter anderem finanzielle Unterstützung erhalten. Geplant ist zudem, dass aus der Initiative „Billerbeck hilft“ ein Verein werden soll. Wer sich engagieren möchte, kann sich melden. Auch wer Fragen hat, kann sich per E-Mail an helfen@billerbeckhilft.de oder unter Tel. 01520/7066214 an die Initiative wenden. Voraussichtlich am kommenden Samstag soll schon der erste Spendentransport in die Krisengebiete erfolgen. | www.billerbeckhilft.de

  Auf dem Wochenmarkt am kommenden Freitagnachmittag findet eine weitere Aktion für „Billerbeck hilft“ statt. Eltern der Kita St. Johann sind dort mit einem Stand vertreten und verkaufen Kuchen. Die Einnahmen werden den Opfern der Flutkatastrophe gespendet.

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