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Verlegung am 27. Januar geplant

Weitere 22 Steine für die Erinnerung

Billerbeck

Sie sind sichtbare Zeichen gegen das Vergessen und für die Erinnerung. Am 27. Januar werden weitere 22 Stolpersteine für die ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt, die Opfer des Holocausts, die vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. „Wir holen die Opfer symbolisch in die Stadt zurück“, sagt Ulla Ewelt von der Wolfgang-Suwelack-Stiftung. So erhalten sie wieder einen Platz in der Stadt. Die Stiftung hat sich seit vielen Jahren für die Verlegung der kleinen Messingtafeln, in denen Name, Lebensdaten und Sterbeort der Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus eingraviert sind und die vor deren letzten freiwilligen Wohnsitz einen Platz finden, eingesetzt. „Wir freuen uns sehr, dass dies nun einen Abschluss findet“, so Ulla Ewelt. Es sei ein weiterer Meilenstein im Rahmen der Erinnerungskultur.

Von Stephanie Sieme

Am 27. Januar werden weitere 22 Stolpersteine zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt. Foto: Foto: Archiv

Im vergangenen März wurden die ersten 20 Stolpersteine verlegt. 2020 stellten Schüler der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule einen Antrag zur Verlegung von Stolpersteinen an den Rat und sammelten über 800 Unterschriften in der Bevölkerung. Es folgte ein einstimmiger Ratsbeschluss für die Verlegung dieser Erinnerungsstücke. Es war nicht das erste Mal, das dies auf den politischen Tisch kam. Zweimal wurden Anträge von der Suwelack-Stiftung und der Bürgerstiftung abgelehnt. Unter anderem weil nicht alle Grundstückseigentümer damit einverstanden waren und Sorge vor Anfeindungen hatten.

Verlegt wurden die Stolpersteine im vergangenen März vor den Häusern Lange Straße 13, Münsterstraße 2 und 3. Am 27. Januar sollen die weiteren Steine vor den Häusern Lange Straße 7, An der Kolvenburg 6, Münsterstraße 36, Bahnhofstraße 13 und Beerlager Straße 12 einen Platz finden, wie die Stadt Billerbeck informiert. In welchem Rahmen die Verlegung stattfinden könne, werde kurzfristig nach den dann bestehenden Corona-Regeln entschieden, so die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Erwartet wird zur Verlegung der Künstler Günter Demnig, der das Projekt der Stolpersteine ins Leben gerufen hat. Schüler der Geschwister-Eichenwald-Schule werden die Verlegung wieder begleiten und die Sponsoren werden ebenfalls noch eingeladen werden, wie die Stadt Billerbeck weiter informiert.

Für 20 Stolpersteine sind schon Sponsoren gefunden worden, so die Stadt Billerbeck. Für zwei Steine können sich Interessierte noch per E-Mail an Sandra Niemann (niemann@billerbeck.de) wenden. Die Suwelack-Stiftung ist allen Beteiligten für das Engagement dankbar.

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