AFG-Eltern starten Unterschriften-Aktion

„Wir können das nicht akzeptieren“

Billerbeck. Sie wollen ein Zeichen setzen. Sie wollen, dass der ländliche Raum gehört wird. Aus Sorge um den Schulstandort Billerbeck durch die Neugründung einer Gesamtschule in Roxel hat die Schulpflegschaft der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) eine Unterschriften-Aktion ins Leben gerufen. In den nächsten Tagen und Wochen wollen die Eltern an Haustüren, in Vereinen und auf Wochenmärkten Unterschriften für den Erhalt des Billerbecker Schulstandortes und gegen Münsters Planungen, möglicherweise in Roxel eine Gesamtschule zu errichten, sammeln. Nicht nur in Billerbeck und Havixbeck soll die Unterschriften-Aktion stattfinden, sondern in allen Orten, aus denen AFG-Schüler kommen. „Natürlich werden dabei alle pandemiebedingten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten“, betont Marco Lennertz, stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender (Billerbeck).

Stephanie Sieme

Beim Start der Unterschriften-Aktion der Elternschaft: (v.l.) Markus Nowak, Anna Goedereis, Torsten Burghard, Lilly Nowak, Marco Lennertz, Thea Nowak, Benedikt Herold und Marion Elberfeld. Foto: Stephanie Sieme

Die Eltern haben große Sorge, den Schulstandort in Billerbeck für die Region zu verlieren. Der Grund: Die Stadt Münster ist auf der Suche nach einem Standort für eine weitere Gesamtschule, weil jährlich rund 270 Schüler nicht an den bestehenden aufgenommen werden können. Im Gespräch ist dabei – neben Gremmendorf – vor allem Roxel, wo die Sekundarschule ausläuft und die weitere Nutzung des Schulgebäudes offen ist.

„Wir sind nicht gegen eine Gesamtschule“, betont Torsten Burghard (Nottuln). Ganz im Gegenteil. Seitens der Eltern gebe es Verständnis. „Münster braucht eine weitere Gesamtschule“, so der AFG-Schulpflegschaftsvorsitzende. Allerdings sei Roxel der falsche Standort. Die Einzugsbereiche der AFG mit dem einer möglichen Gesamtschule in Roxel würden sich überschneiden. Schüler könnten nach Roxel abwandern, die AFG würde dann weniger Schüler aufnehmen und das bedeute zwangsläufig auch, dass der Billerbecker Teilstandort der Gesamtschule gefährdet sei. Münster habe vielfältigere Möglichkeiten, könne auf alternative Standorte zurückgreifen. „Das können wir nicht“, so Burghard. Die Schulpflegschaft appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Entscheidungsträger in der Friedensstadt. Die Errichtung einer Gesamtschule in Roxel gehe zu Lasten der Umland-Kommunen. „Wir können das nicht akzeptieren“, sagt Lennertz. „Es darf nicht sein, dass der ländliche Raum destabilisiert wird.“ Die Schulentwicklung müsse hier gestärkt werden. Das Oberzentrum Münster habe eine Verantwortung gegenüber den Umland-Kommunen.

Ein Kompromiss sei aus aus Sicht der AFG-Eltern, wenn Münsters neue Gesamtschule in Gremmendorf errichtet werde. „Wir stehen für Gespräche bereit“, so Lennertz. Der ländliche Raum müsse geschützt werden. Haupt- und Realschule sind vor ein paar Jahren in Billerbeck geschlossen worden. Auch die Gemeinschaftsschule ist auslaufend. „Wenn wir hier den Schulstandort verlieren, wie soll es dann weitergehen?“, so Lennertz. Die Eltern im Umland würden auf ein verlässliches schulisches Angebot bauen, sagt Burghard. Auch die drei Schülerinnen Anna Goedereis sowie Lilly und Thea Nowak wünschen sich, dass sie auch in Zukunft in Billerbeck zur Schule gehen können.

7 Am kommenden Freitag ist die Schulpflegschaft mit der Billerbecker Politik mit einem Stand in der Zeit von 14 bis 17 Uhr auf dem Billerbecker Wochenmarkt vertreten.

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