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Politiker formulieren erste Grundlagen für eine Nachnutzung

Wohnen plus in der alten Feuerwehr

Billerbeck

Von der CDU „gehetzt“ fühlte sich Dagmar Caluori (Grüne) und Thomas Walbaum (SPD) kritisierte, er habe den Eindruck, die CDU wolle hier etwas „durchpeitschen“ – am Ende aber konnten sich die Vertreter in der Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses doch darauf einigen, dass die Verwaltung für die Nachnutzung des alten Feuerwehrgerätehauses an der Mühlenstraße Grundlagen für Wohnungsbau erarbeiten soll. Diese Idee hatte die CDU von Anfang an favorisiert. Vorschläge der SPD, hier vor allem ein Kultur- oder Naturschutzzentrum einzurichten, stießen nicht auf offene Ohren, aber der Ausschuss konnte sich darauf verständigen, dass ergänzend zu Wohnungen zum Beispiel auch kulturelle Anbieter oder Bildungseinrichtungen einziehen können sollen.

Von Ulrike Deusch

Abriss, Teilabriss, Erhalt, Neubau? Das ist noch nicht entschieden, einig sind sich aber die Politiker im Stadtentwicklungsausschuss, dass, wie die Verwaltung vorgeschlagen hat, an der alten Feuerwehr Wohnungen entstehen sollen – auch gemischt mit Dienstleistung oder ähnlich. Foto: Foto: ude

Noch befindet sich das komplette Projekt in der Diskussionsphase. Offen ist, ob das alte Haus samt Hallen abgerissen werden oder in einen Neubau integriert werden soll, auch einen Verkauf des Grundstücks, den Verwaltung und CDU für gesetzt halten, um den städtischen Haushalt aufzubessern, wollen SPD und Grüne noch offen lassen.

Nach ersten Gesprächen im Ausschuss Anfang des Jahres hatte die Stadt nun für die Sitzung eine Matrix erarbeitet, die den Politikern als Diskussionsgrundlage dienen sollte. Die wichtigsten Vorschläge:

0 für kleine Haushalte

0 selbstständiges Wohnen

0 besondere Wohnformen möglich

0 kein betreutes Wohnen

0 mindestens 50 Prozent barrierefrei und stufenlos

0 mindestens 20 Prozent sozial gefördert

0 Durchmischung mit wohnverträglichen Nutzungen, zum Beispiel Dienstleister oder Freiberufler für die dem Verkehrslärm ausgesetzten Bereiche

0 Parkplatzbedarf auf dem Grundstück decken

0 Vorgaben der Gestaltungssatzung einhalten

0 Neubauten orientieren sich am Bestand an der Mühlenstraße – also zwei Vollgeschosse plus steiles Dach

„Wir haben uns mit der FDP zusammengesetzt, unsere Vorstellungen sind sehr nahe an denen der Verwaltung“, sagte Thomas Schulze Temming (CDU). „Wir müssen die Vorgaben möglichst offen gestalten, damit wir Investoren nicht abschrecken“, mahnte Frank Wieland (FDP) und bezog das ausdrücklich auch auf die Frage eines Abrisses. So sah das auch Andreas Groll (CDU). Wieland sprach sich für kleine Wohnungen aus. „Die werden in Zukunft dringend gebraucht.“ Das sah Christoph Peter-Dosch (Grüne) anders. Auch größere Wohnungen sollten möglich sein, zu viele kleine Wohneinheiten verursachten außerdem ein Stellplatzproblem. Man müsse gleich ein Mobilitätskonzept und E-Car-Sharing mitdenken. Auch andere Aspekte im Rahmen des Umwelt- und Naturgedankens sprach er an: Fassadengestaltung, Dachbegrünung, unterirdische Müllsammlung. „Mir ist der Nachhaltigkeitsgedanke sehr wichtig.“

Im Gegensatz zur CDU, die 15 Prozent geförderten Wohnraum für ausreichend hielt, forderte Peter-Dosch 30 Prozent anzustreben. Dass barrierefreie Wohnungen Standard seien und in einem neuen Objekt dezidiert behindertengerechter Wohnraum angeboten werden solle, forderte neben Peter-Dosch auch Thomas Walbaum. Der fand sogar bis zu 80 Prozent barrierefreien Wohnraum angemessen.

Dass sie sich an der Ecke Mühlenstraße/ Coesfelder Straße auch ein Staffelgeschoss und ein Flachdach vorstellen könnten, machten gleich mehrere Ausschussvertreter deutlich. Das soll später mit Fachleuten diskutiert werden, kündigte Stadtplanerin Michaela Besecke an. Sie wird die Vorschläge der Politiker in die Matrix einarbeiten, dann wird die Diskussion fortgesetzt – als Grundlage für einen möglichen Investorenwettbewerb.

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