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400 Besucher sehen Herbert Knebels Affentheater mit „Außer Rand und Band“ auf der Freilichtbühne

Zwischen Pogo-Polonaise und Pilz-Exkursion

Billerbeck

So ein richtiges Affentheater wird gerne mal genommen, wenn es Herbert Knebel ist, der damit um die Ecke kommt. Also raus aus’m Kabuff, ab nach Billerbeck. „Wir sind außer Rand und Band“, versicherte der Ruhri-Filou seinen 400 Gästen, die am Dienstagabend zur Freilichtbühne gekommen waren, um sich von dem Kohlenpott-Unikum und seiner Band mitte Kollegens Ozzi Ostermann „anne Kitarre“, Martin Breuer am Bass und Detlef Hinze am Schlagwerk, gut unterhalten zu lassen.

Von Ulla Wolanewitz

Bei altersbedingtem Fehlverhalten im Straßenverkehr hilft der Austausch in der ABO, der Selbsthilfegruppe für „Anonyme Bußgeldopfer“. Foto: Fotos: ul

Das gelang dem Hosenträger-Quartett, das sich offen über seine altersbedingten Malessen austauschte, auch recht schnell. „Ich kann mir keine Wege merken. Früher war der Weg das Ziel“, bedauerte Trainer und Schlagwerker Hinze, stieß damit aber auf wenig Mitgefühl bei Kollege Herbert: „Hasse ‘nen chinesischen Glückskeks abgestaubt, oder wat?“. Wobei „Beau“ Ozzi keine Hosenträger benötigte, bedeckt sein Feinkostgewölbe doch eines der schönsten Hawaiihemden unter der Sonne. Einsame Spitzenklasse seine Wischmopp-Frisur, die Rätsel aufgab. Ist das eine Perücke oder eine behaarte Badekappe?

Die alten Knaben rock’n rollten sich inklusive Pogo-Polonaise prächtig durchs Programm und stellten dabei unter Beweis, dass sie ihre Instrumente voll im Griff haben und locker mehrstimmig beeindrucken können. Auch haben sie die allseits bekannten und beliebten Rock- und Pop-Klassiker alle noch frisch auf der Pfanne, um sie „volle Kanne“ für ihre Textvarianten zu nutzen. Also, ab die Post zum heiteren Treiben. Vorneweg „uns’ Hebbet“, der Meister mit Designermütze, immer an ne Jacke an zuppeln und am zappeln wie Joe Cocker. Die Aufforderung zu „Let’s dance“ ergänzte er gerne mit: „Mutti mach’ die Fenster zu. Ich geh’ grad ab wie ‘n Känguru!“.

Da es mit dem Autofahren in betagtem Alter dann wohl doch nicht mehr so ganz rund läuft, gründeten die Vier die ABO, eine Selbsthilfegruppe für „Anonyme Bußgeldopfer“. Für ihren Protestsong „Wir brauchen keine Politessen“ spielten sie kurzerhand Pink Floyds „We don’t need no education“.

Und trotzdem stellt sich der Hebbet dann immer mal wieder gerne fremden Herausforderungen, um neue Horizonte zu entdecken. Als Fan vom Hohen Venn gönnte er sich eine Pilz-Exkursion, auch wenn er dabei auf die Einkehr inne Schankwirtschaft verzichten musste. Seine Erfahrung, dass nicht nur Pils, sondern auch Pilze glücklich machen können, präsentierte seine Band als Rap, bei dem der Meister intonierte: „Wir sind im Wald und der Pilz, der knallt.“

Am Ende, das selbstverständlich eine Zugabe beinhaltete, war’n se dann ganz schön am suppen, die Jungs, wie Hebbet selbst gestand: „Mann wird eben nich jünger.“

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