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Axel Höltken und Uwe Henker sind für den guten Zweck in 34 Stunden von Dresden nach Hamburg geradelt

580 Kilometer nonstop entlang der Elbe

Coesfeld

Die Idee – das muss er selbst zugeben – „war eigentlich so richtig schön bekloppt“, schmunzelt Axel Höltken. Doch nach 580 Kilometern, die der Coesfelder zusammen mit seinem Kumpel Uwe Henker aus Bamberg von der Semperoper in Dresden bis zum Hotel in Hamburg zurückgelegt hat, überwiegt der Stolz. Und natürlich die Freude darüber, dass diese größte sportliche Herausforderung seines Lebens von Sponsoren mit rund 1000 Euro für den guten Zweck bedacht wurde.

Von Florian Schütte

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Das Geld geht nun an die Stiftung „Mobbing stoppen! Kinder stärken!“ des Fernsehmoderators und Komikers Tom Lehel, mit dem Axel Höltken im Vorfeld telefoniert hatte. „Der fand die Idee auch krank, aber cool“, lacht Höltken. Die Stiftung betreibt Aufklärungsarbeit in Schulen und bringt Kindern das Thema mit Humor näher. Neben Höltkens Arbeitgeber, der Edoc Solutions AG in Weilerswist, die als Hauptsponsor pro Kilometer einen Euro gegeben hat, gab es auch noch weitere private Spenden.

Die Idee reifte schon einige Zeit. „Wir fahren beiden gerne Fahrrad und machen auch mal längere Wanderungen“, sagt Höltken über sich und seinen Kollegen, den er vor über zehn Jahren bei der Arbeit kennenlernte. Dabei ist Höltken, der als stellvertretender Leiter der Handballabteilung von DJK Eintracht Coesfeld tätig ist, auch im Radsport kein ganz unbeschriebenes Blatt. „Ich habe schon mal beim 24-Stunden-Rennen im Duisburger Landschaftspark mitgemacht“, berichtet der 43-Jährige. „Das war bislang mit 394 Kilometern meine persönliche Höchstleistung.“

Die Strecke haben die beiden mit der App Komoot geplant. Den größten Rückschlag musste Axel Höltken jedoch noch vor der Tour wegstecken. „Mein Fahrrad wurde mir kurz vor der Abfahrt vom Anhänger gestohlen“, berichtet Höltken. Mit einem Leihfahrrad, das er noch schnell auf seine Bedürfnisse präparierte, konnte es aber dann doch losgehen.

Von der Semperoper führte die Tour ihn und seinen 55-jährigen Kollegen immer an der Elbe entlang – über Magdeburg bis schließlich zum alten Elbtunnel in Hamburg als erklärtem Ziel. Ein Begleitfahrzeug versorgte die beiden Sportler zwischendurch mit Nahrung und Getränken. Doch viel Zeit für längere Pausen nahmen sich die Radler nicht. „Dann wird es nämlich schwierig, wieder in den Tritt zu kommen“, weiß der Handballer. „Durch die Nacht zu fahren, ist schon eine coole Sache“, findet Höltken. Die schlimmste Zeit sei jedoch die zwischen 4 und 7 Uhr morgens gewesen. „Dann wird auch alles etwas klamm. Da gibt es nur eines: schneller treten“, meint der Hobby-Radfahrer. In den Sonnenaufgang hineinzufahren, entschädige wiederum für die Strapazen.

Eine lustige Begegnung habe es auch mit der Polizei gegeben, die routinemäßig früh morgens bei einer Kaffeepause vorbeischaute. „Die Polizisten wollten erst nicht glauben, was wir vorhaben“, blickt Höltken zurück. „Als ich ihnen meine Fitnessuhr mit der zurückgelegten Strecke gezeigt hab, haben sie uns dann aber auch viel Erfolg gewünscht.“

28 Stunden reine Fahrtzeit haben Axel Höltken und Uwe Henker am Ende benötigt. Als sie dann den alten Elbtunnel passiert hatten – „auch ein tolles Erlebnis“ – und nach 34 Stunden im Hotel ankamen, „da fragte mich die Besitzerin, ob sie meine Tasche hochtragen soll“, spielt Höltken auf sein vermutlich ziemlich erschöpftes Erscheinungsbild an.

Und trotzdem: „Es hat alles richtig gut geklappt. Der Wind war uns hold und richtig nass geworden sind wir auch nur einmal“, resümiert Axel Höltken. Und der Plan steht: nächstes Jahr wieder. Vielleicht sollen dann die 580 Kilometer auf einer anderen Strecke auch noch „mit einer Sechs vorne“ getoppt werden, grinst Höltken. „Richtig schön bekloppt“ eben.

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