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Bagger ist angerückt / Umfangreiche Boden-Sanierungen / Wohngruppen und geförderter Wohnungsbau

Abriss auf Fritzen-Gelände gestartet

Coesfeld. Wamms – wie ein gefräßiger Dinosaurier beißt sich der Bagger in das Dach. Zieht daran, zuppelt, Steine rieseln mit Staub hinunter und landen krachend auf dem Boden.

Viola ter Horst

Es geht los mit dem Abriss auf dem früheren Fritzend-Gelände: v.l. Prokurist Frank Plesker und Bauleiterin Katharina Lamers von Ecoplan sowie Bernd Eink vom Abbruchunternehmen Lukassen. Foto: Viola ter Horst

Der Abriss auf dem früheren Fritzen-Gelände an der Dülmener Straße ist gestartet. Damit verschwindet die größte Industriebrachfläche im Innenstadtbereich Coesfelds. Und die letzten Zeugnisse einer Fabrik-Geschichte, die Mitte der 80er Jahre zu Ende ging. Früher wurden hier Landmaschinen hergestellt, die auch unter dem Namen Westfalia bekannt waren.

„Wir gehen davon aus, dass der Abriss mehrere Monate dauert“, sagt Prokurist Frank Plesker von Ecoplan. Das Coesfelder Generalbau-Unternehmen plant auf dem 7000 qm großen Gelände, Wohnraum zu schaffen.

Zum Konzept für die vier vorgesehenen Baukörper gab Manfred Höne von der Höne Immobilien GmbH & Co. KG, die das riesige Gelände gekauft hat, gestern nähere Einzelheiten bekannt: In einem Baukörper sollen öffentlich geförderte Wohnungen entstehen.

Die anderen drei Gebäudeteile sind für Wohngruppen und Tagespflege vorgesehen. Dabei soll eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte errichtet werden – etwas Neues nicht nur für Coesfeld, denn diese alternative Wohnform ist im ganzen Kreis Coesfeld erst vereinzelt umgesetzt worden. Die andere Wohngruppe richtet sich an Senioren, denen bei Bedarf Betreuungsleistungen zur Verfügung gestellt werden können.

Doch jetzt stehen erst einmal Abriss und Sanierung an. Die Gebäude sollen komplett verschwinden. „Wir starten auf dem hinteren Teil des Geländes und arbeiten uns dann nach vorne zur Dülmener Straße vor“, erklärt Bernd Eink von der Abrissfirma Lukassen aus Ahaus den Ablauf.

In Zusammenarbeit mit Kreis und Stadt ist ein Sanierungskonzept erstellt worden. „Ein unabhängiger Gutachter begleitet zudem die Abbrucharbeiten“, erklärt Plesker.

Höne sagt, dass er den Boden „komplett sauber haben möchte. Mehr als vorgeschrieben, denn auch unter versiegelten Flächen soll sich keine belastete Erde mehr befinden“.

Insbesondere an zwei Stellen befinden sich Schadstoffe im Erdreich – im Bereich der früheren Lackiererei und in einem Bereich, wo damals Abraummaterial aus dem Ruhrgebiet eingearbeitet wurde – „früher eine übliche Vorgehensweise, heute ist so etwas nicht mehr erlaubt und muss entsorgt werden“, erläutert Höne.

Anders als noch vor 25, 30 Jahren seien derartig aufwändige Entsorgungsarbeiten inzwischen aber effizient möglich, zumal sich Firmen auch im Umfeld von Coesfeld darauf spezialisiert haben.

Der Kampfmittelräumdienst kontrolliert später, ob das Gelände, das ja in der Nähe des Bahnhofs liegt, frei von Kriegs-Bomben ist.

Wann es mit der Bebauung losgeht? Das dauert noch. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres soweit sind, um einen Bauantrag stellen zu können“, sagt Plesker.

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