1. www.azonline.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Coesfeld
  6. >
  7. Abschied von den Freunden in Lette

  8. >

Pastor John verlässt die Gemeinde St. Johannes mit vielen schönen Erinnerungen

Abschied von den Freunden in Lette

Lette. Pastor John hat Glück. Eigentlich wollte er nur für einen kurzen Abschiedsbesuch ins Pfarrhaus Anna Katharina fahren, aber jetzt wird er dort spontan zum Mittagessen eingeladen. Es gibt nämlich Spargel – und der gehört in Deutschland zu den Lieblingsgerichten des 42-jährigen Nigerianers. Auch in Lette ist er oft bei Familien zum Essen gewesen, berichtet Pastor John – eine der vielen schönen Erinnerungen, die er mitnehmen wird, wenn er an diesem Wochenende Abschied nimmt von den Letteranern, der Gemeinde St. Johannes und den Nachbargemeinden Anna Katharina, Lamberti und auch Fabian und Sebastian in Osterwick, wo er ab und zu mal ausgeholfen hat. Am morgigen Sonntag im Hochamt um 10 Uhr in St. Johannes wird Pastor John Ugochukwu verabschiedet.

Ulrike Deusch

Pastor John (l.) verabschiedet sich von Pastor Hilary Eze, der ebenfalls aus Nigeria stammt und in der Gemeinde Anna Katharina tätig ist. Die beiden Nigerianer haben sich in Coesfeld kennengelernt und angefreundet. Foto: Ulrike Deusch

Vor zwei Jahren und vier Monaten ist der Geistliche, der seit 2013 in Deutschland lebt und an der Ruhr-Universität in Bochum promoviert hat, nach Lette gekommen. „Eigentlich sollte er die Gemeinde schon früher verlassen, aber auf meinen Wunsch hin ist seine Zeit vom Bistum Münster noch einmal verlängert worden“, erklärt Pfarrer Stephan Wolf. Jetzt laufe der Vertrag aus.

Für seine Zeit in Lette findet Pastor John starke Worte: „Als ich Nigeria damals verlassen habe, habe ich alles verloren. In Lette habe ich alles wiedergefunden: familiäre Geborgenheit und Freundschaft“, schaut er dankbar zurück. Sehr offen und freundlich hätten ihn die Letteraner aufgenommen und in der praktischen Gemeindearbeit habe er viel von Pfarrer Wolf und dem Mitarbeiter-Team gelernt. In vielen Bereichen der Gemeinde und der liturgischen Arbeit hat der Nigerianer das Team in St. Johannes unterstützt: Er hat – auch schon vor Corona – Gottesdienste mit den Gläubigen gefeiert, gepredigt, Sakramente gespendet und Beerdigungen begleitet. Und etwas ist ihm dabei besonders aufgefallen: „Hier in Deutschland ist alles sehr organisiert und vorbereitet“, sagt er. „Bei uns in Nigeria ist viel mehr Unruhe und Spontaneität in den Gottesdiensten und sie dauern viel länger“, schmunzelt er. Besonders gern hat Pastor John mit den Senioren Messe gefeiert. „Sie haben sich immer gefreut, mich zu sehen. In ihren Herzen waren sie gar nicht alt. Einige haben mir viele Geschichten erzählt und auch Geschenke gemacht“, berichtet er.

In sehr guter Erinnerung bleibt ihm auch die Begegnung mit jungen Menschen, vor allem im Ferienlager der Messdiener 2019. Er habe die Jugendlichen sehr aktiv und engagiert erlebt. „Ich sehe eine große Hoffnung für die Zukunft unserer Kirche hier in Deutschland.“

Jetzt hat Pastor John Urlaub. Wie es danach für ihn weitergeht, ist noch nicht geklärt. Lette und die Letteraner nimmt er aber überallhin im Herzen mit.

Startseite