Kirchengemeinden ziehen positive Bilanz zu Gottesdiensten und Andachten

Anders, aber dennoch stimmungsvoll

Coesfeld. Gottesdienste und Andachten nur mit Abstand, Masken sowie Anmeldung und kein gemeinsames Singen – vieles lief in den Kirchengemeinden an den Weihnachtstagen anders als sonst. „Aber die Stimmung der Menschen war trotzdem gut“, freut sich Matthias Bude, Pastoralreferent in St. Lamberti. Dort fanden zum Beispiel Heiligabend an 17 verschiedenen Orten Andachten im Freien statt. „Wir hatten echtes Glück mit dem Wetter. Es kam kurz die Sonne raus, das war sehr stimmungsvoll.“ Es habe kurzfristig noch einige Abmeldungen gegeben. „Andere haben sich noch am 23. spontan angemeldet. Man konnte eine gewisse Unsicherheit spüren.“ Aber vor Ort seien die Abstands- und Hygieneregeln streng beachtet worden. „Jeder hat sich daran gehalten, nach Ende der Andacht sind die Teilnehmer auch schnell wieder gegangen“, freut sich Matthias Bude über den reibungslosen Ablauf. „Die meisten haben sich die Teilnahme bewusst überlegt und waren dankbar für das alternative Angebot. Aber ohne den gemeinsamen Gesang war es nicht ganz so schön, wie es hätte sein können.“ Das Feedback sei jedoch insgesamt von allen Seiten positiv gewesen. „Viele Orte haben uns schon zurückgemeldet, dass sie das gerne nächstes Jahr wiederholen würden.“

Jessica Demmer

... hat auch die Anna-Katharina-Gemeinde mit Abstand ihre Weihnachtsgottesdienste in der Reithalle in Flamschen gefeiert. Statt gemeinsames Singen gab es Einspieler über eine Videoleinwand. Fotos: Privat Foto: az

Ideen für die Zukunft hat auch die evangelische Gemeinde aus ihrem alternativen Angebot mitgenommen, denn dort gab es statt Präsenzgottesdiensten eine Aufzeichnung, die sich jeder zu Hause anschauen konnte. „Das war natürlich ein großer Aufwand, weil wir die Technik neu einüben mussten. Aber künftig wird es einfacher“, so Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann. Denn: „Wir wollen das Angebot generell weiter aufrechterhalten für Menschen, die nicht mehr so mobil sind.“ Die digitale Alternative sei gut angenommen worden. „Am ersten Weihnachtstag haben es sich etliche hundert Menschen angesehen und das mit einer langen Verweildauer“, freut sie sich. „Das war natürlich kein vollwertiger Ersatz, aber ein Versuch, Weihnachten doch noch zu den Menschen zu bringen.“

Einen digitalen Videogottesdienst hat auch die Anna-Katharina-Gemeinde angeboten. „Den haben sich an die 1000 Zuschauer angesehen“, freut sich Dechant Johannes Hammans. Zusätzlich gab es unter anderem noch eine offene Krippe in der Kirche und Präsenzgottesdienste in der Reithalle in Flamschen. „Ich habe noch nie so ein anderes Weihnachten erlebt. Ich war vorher schon etwas angespannt, ob in der Reithalle auch alles klappt, wie geplant. Aber das hat es. Ich möchte ein Lob an alle aussprechen, die sich an die Vorgaben gehalten haben.“ Es sei eine tolle Atmosphäre gewesen. „Rund ein Viertel bis ein Drittel der angemeldeten Besucher sind nicht gekommen, aber das ist völlig ok“, so Hammans. Die, die in die Reithalle gekommen waren, konnten sich über digitale Clips, zum Beispiel von Krippenspielen aus den Kitas, freuen. „Denn was macht man sonst, wenn man nicht singen kann?“.

Dafür hatte sich auch die Gemeinde St. Johannes in Lette, die ihre Gottesdienste in der Kirche angeboten hat, etwas einfallen lassen, wie Pfarrer Stephan Wolf berichtet. „Es war schade, dass wir nicht singen konnten. Das war nicht ganz so feierlich, aber in unseren Hauptgottesdiensten hatten wir Sänger auf der Orgelbühne und Flöten.“ In einigen Gottesdiensten seien nicht alle angemeldeten Teilnehmer gekommen. „Das kann ich auch verstehen. Aber die meisten waren froh, dass es noch Angebote gab.“

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