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Unterrichtsräume neu gestaltet und mit digitaler Technik ausgestattet

Auf zu neuen Welten in der Volkshochschule

Coesfeld

Die Volkshochschule (VHS) legt einen Neustart hin. Leiterin Mechtilde Boland-Theißen spricht gar von einem „Raketenstart“ in eine neue Zeit. Seit März letzten Jahres gab es immer wieder Unterbrechungen im Betrieb. Schnelles Umschalten auf digitale Formate war nötig. Nach Lockerung der Corona-Auflagen kann nun unter dem Zeichen der drei G nicht nur wieder Präsenzunterricht angeboten werden. Nach der Renovierung und Umgestaltung des WBK (wir berichteten) finden auch die Nutzer der VHS ein völlig neues Ambiente mit hellen Fluren und gemütlichen Sitzecken – sogar in den Unterrichtsräumen – vor. Die technische Ausstattung mit WLAN und Smart-Touch-TV-Screens setzt darauf das i-Tüpfelchen. „Tageslichtschreiber haben wir komplett verbannt“, lächelt Boland-Theißen.

Von Detlef Scherle

Alle elf Kursräume sind individuell neu gestaltet worden. Der Raketenstart gefällt Mechtilde Boland-Theißen, Jürgen Rasch und Gregor Gerigk besonders gut. Er passt zum derzeitigen Neuanfang. Foto: Foto: ds

Die neuen elektronischen Tafeln werden von den Dozenten gut angenommen, können sie doch auf ganz unterschiedliche Weise genutzt werden. Verbunden mit Laptop oder Smartphone lassen sich Unterrichtsinhalte schnell visualisieren. Aber mit besonderen elektronischen Stiften kann man darauf auch klassisch per Hand etwas „an die Tafel“ schreiben – und später mit dem elektronischen Schwamm wieder „wegwischen“. Im Komoot-Kurs (Navigation für Radwanderer) wurden die Funktionen der gleichnamigen App gestern dann auch gleich an einem übergroßen Handy-Display auf dem Bildschirm erklärt. Nebenan, im Deutschkurs, schrieb die Kursleiterin die Sätze zum Nachsprechen noch per Hand an die gleiche Tafel.

Jeder der elf Räume hat durch ein großes Wandposter, dazu passende Farbgestaltung und Möblierung einen ganz individuellen Charakter bekommen. „Das ist gewollt. Wir haben bewusst nicht mit einheitlichen Farben gearbeitet“, erklärt Verwaltungsleiter Gregor Gerigk. Jeder solle „seinen“ Kursraum schnell identifizieren können.

„Die Menschen sollen gerne herkommen“, nennt Fachbereichsleiter Jürgen Rasch das Ziel der nun fast abgeschlossenen Maßnahmen. Seine Chefin spricht in dem Zusammenhang vom „dritten Ort“, an dem eben nicht nur Bildung, sondern auch Begegnung wichtig ist.

Durch die Agentur EKZ, die auch bereits die Umgestaltung der Stadtbücherei begleitete, erhielten sie bei der Gestaltung fachkundigen Rat. Poster, professionell umgesetzt vom Grafikdesigner-Büro Morian & Bayer-Eynck, sind der besondere Hingucker. An einer Wand startet auf der Tapete eine Rakete vom Cape Canaveral, an einer anderen prangt der Spruch „We go where the business is“. Und in einem dritten Kursraum erinnert ein Birkenwald an Naturfreuden – ergänzt durch eine Kuckucksuhr. „Da drin fehlen noch die Batterien“, merkt Boland-Theißen zum dauerhaft aus dem Türchen schauenden Vogel an.

Viel Energie, hebt sie hervor, koste das Team (vier pädagogische und drei Verwaltungs-Mitarbeiter) der Neustart. „Das ist wie bei einer Rakete.“ Da gehe die meiste Power ja auch beim Start drauf. Allen ist klar, dass die Zahl von 7500 Belegungen, die vor Corona üblich waren, dieses Jahr wohl nicht erreicht werden. Nichtdestotrotz wollen sie das „Bildungsgeschäft“ mit vielen kreativen Ideen befeuern. Eine davon ist der Hybrid-Unterricht, den die neue Technik möglich macht. „Einige haben noch Angst, zu uns zurückzukommen“, so Rasch. Für sie, aber auch für andere, die viel unterwegs sind, sollen ausgewählte Kurse künftig in Präsenz und gleichzeitig digital stattfinden. „Das ist Neuland. Da experimentieren wir“, lächelt Boland-Theißen. Es sei ein Aufbruch in neue Welten. Wie beim Raketenflug ins All...

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