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Westfleisch zeigt bei Besichtigung den Fortschritt seines Anbaus für Sozialräume und Kühlhaus

Baukran geht durch die Decke

Coesfeld. Wer sieht, wie mühelos der Baukran direkt über dem 18 Meter hohen Anbau bei Westfleisch schwerste Stahlteile schwenkt, mag sich einen Moment lang fragen, wo der Lastenträger überhaupt steht. „Der Kran ist im Gebäude verbaut und tief verankert“, erklärt Projektleiter Jörg Lausemann das Kuriosum bei einer Baustellenbesichtigung des quaderförmigen Anbaus für Sozialräume und ein neues Kühlhaus.

Florian Schütte

Dürfen fürs Foto ihrer Freude über den Baufortschritt auch einen Moment ohne Maske Ausdruck verleihen: (v.l.) Jörg Lausemann, Johannes Bayer und Christian Vollmer. Fotos: fs Foto: az

Und tatsächlich: Wer die Ebene 0 betritt, erkennt, wie zwischen den massiven Betonpfeilern das gelbe Gerüst des Baukrans buchstäblich durch die Decke geht. Unweit des Krans schneidet ein Bauarbeiter gerade mit Getöse große Kalksandsteine zu, die auf der bereits betonierten Sohle schon die Grundrisse der einzelnen Sozialräume andeuten. Dort sollen Umkleiden, Duschen und Pausenräume für über 300 Mitarbeiter sowie Büros für den technischen Bereich entstehen.

„Bisher hatten wir dafür Sozialcontainer, aber das geht auf Dauer natürlich nicht“, begründet Johannes Bayer den Anbau auf der letzten eigenen, freien Fläche. Im Hinblick auf die weiteren Kühlkapazitäten macht der Standortleiter deutlich: „Deswegen dürfen wir hier aber kein Schwein zusätzlich schlachten.“ Statt der Quantität diene das neue Kühlhaus vielmehr der Sortierqualität. So ließen sich 80 verschiedene Spezifikationen nach Herkunft, Haltung und Aufzucht der Tiere sowie nach der Fleischqualität besser trennen. „Der Bau hat auch nichts mit der Erweiterung zu tun, sondern liegt im alten Bebauungsplan und ist längst genehmigt“, begegnet Bayer den bereits laut gewordenen Vorwürfen, Westfleisch würde hier an einer Genehmigung vorbei Fakten schaffen. Statt solcher Fakten will Westfleisch nun mehr Transparenz schaffen. Dazu dient auch das Bautagebuch, das auf der neuen Website unter der Rubrik „Westfleisch informiert Coesfeld“ zu erreichen ist.

Und der kann sich seit den Anfängen im Juli 2020 sehen lassen. „Das erste Vierteljahr haben wir nur gebuddelt und Leitungen verlegt, aber seitdem wir bauen, sieht man von Tag zu Tag Fortschritte“, freut sich Bayer. Die Verlegung von Wasser-, Strom- und Gasleitungen sei auch die größte Herausforderung gewesen. „Das war eine Operation am offenen Herzen, weil die Versorgung im Betrieb ja weiter gegeben sein musste“, schildert der Technische Leiter Christian Vollmer.

Nun nimmt das Gebäude mehr und mehr Form an. Die Betonarbeiten sind fast abgeschlossen. Auf Ebene 0 starten die Maurerarbeiten für die Zwischenwände. Die 50 Zentimeter dicken Betonmauern sorgen besonders mit Blick auf die Kühlräume in den beiden oberen Ebenen bereits für eine gute Dämmung. Ummantelt werden diese Ebenen noch mit einer isolierenden Fassadenpaneele. Im Inneren auf der Ebene 0 wird auch schon der geplante Durchbruch zum Bestandsgebäude deutlich. Und der rund 36 Meter hohe Baukran? „Der wird später demontiert, die Löcher in den Decken mit Eisen bewehrt und nachbetoniert“, erläutert Jörg Lausemann. | Bautagebuch: www.westfleisch.de

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