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Felix Schürhoff berichtet über „Mittagstisch am Lambertiplatz“

„Bei uns muss sich niemand ausweisen“

Coesfeld

Am Nikolaustag sind es genau 23 Jahre her, dass die katholische Kirchengemeinde St. Lamberti erstmals einen Mittagstisch ausgegeben hat. Damals hieß die Einrichtung noch Mittagstisch am Bahnhof, weil sie in der Sökelandstraße beheimatet war.

Von Manuela Reher

Im Mittagstisch am Lambertiplatz wird jeder willkommen geheißen,der aus finanziellen Gründen nicht in der Lage ist, sich regelmäßig ein warmes Mittagessen zu bereiten. Foto: Foto: Archiv

Im Jahre 2014 ist der Mittagstisch zum Lambertiplatz umgezogen und hat dort auch seinen neuen Namen in Anlehnung an die neue Adresse bekommen. Bereits seit 2001 bekommen die Gäste dort täglich bis auf samstags ein warmes Mittagessen.

Die ehrenamtliche Initiative „Mittagstisch am Lambertiplatz“ stellt Menschen, die aus finanziellen Gründen nicht in der Lage sind, sich regelmäßig ein warmes Mittagessen zu bereiten, dieses für wenig Geld zur Verfügung. „Wir heißen alle willkommen. Niemand muss sich bei uns anmelden oder ausweisen“, betonte jetzt Geschäftsführer Felix Schürhoff, der die Arbeit der Einrichtung im Ausschuss für Familie, Senioren und Soziales vorstellte. Es gebe also keinerlei Bedingungen, um das Angebot nutzen zu können, wie Schürhoff auf Anfrage von Lutz Wedhorn (CDU) mitteilte.

Das Angebot würden täglich etwa 15 bis 20 Personen wahrnehmen. Zwei Mitarbeitende seien jeden Tag vor Ort, um die Gäste zu versorgen. Unterschiedliche Generationen würden das Angebot wahrnehmen. Das Alter reiche von 30 Jahren bis zum Rentenalter. Manchmal würden auch Familien eintreffen. „Wir haben auch Stammgäste“, berichtet Felix Schürhoff.

Das Essen liefert seit Juli 2014 die Küche der Christophorus-Kliniken in Nottuln. Eine Portion koste 4,60 Euro; die Gäste würden 1,50 Euro zahlen. So müsste die Einrichtung jährlich eine Summe von 21 000 Euro aufbringen. Durch die Gäste würden 6000 Euro in die Kasse fließen. Die Stadt gewähre einen Zuschuss von 5000 Euro. Also würde eine Differenz von 10 000 Euro verbleiben, die die Initiative durch Spenden finanzieren müsse.

Während der Corona-Pandemie habe der Mittagstisch am Lambertiplatz leider schließen müssen, weil er unter die Gaststätte-Verordnung gefallen sei. In dieser Zeit habe man für die Bedürftigen Lebensmittelgutscheine im Wert von zehn Euro ausgestellt.

Die Betroffenen würden durch Mund-zu-Mund-Propaganda von der Einrichtung erfahren, wie Felix Schürhoff auf Anfrage von Benedikt Öhmann (Grüne) im Sozialausschuss mitteilte. Aber auch die „Offene Tür“ weise auf das Angebot hin, wie Ulrike Fascher (CDU) ergänzte. Ob Obdachlose den Mittagstisch am Lambertiplatz nutzen, sei ihm nicht bekannt, antwortete Felix Schürhoff auf Anfrage von Inge Walfort (SPD).

Die Helfenden beim Mittagstisch am Lambertiplatz leisten 1100 Stunden ehrenamtliche Arbeit, informierte Schürhoff den Fachausschuss. Einmal im Monat treffen sie sich zum Erfahrungsaustausch.

In der rechtlichen Trägerschaft von St. Lamberti wird der soziale Mittagstisch von den ehrenamtlichen Caritasgruppen, den katholischen Pfarrgemeinden St. Lamberti, Anna Katharina, St. Johannes Lette, der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Caritasverband für den Kreis Coesfeld, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Kolpingsfamilie, der Dekanatscaritas und der Stadt Coesfeld unterstützt.

Die Steuerungsgruppe, in der alle Träger vertreten sind, kümmert sich um die Spendenakquise, die Öffentlichkeitsarbeit, um rechtliche Regelungen, Finanzierung und Abrechnung des Mittagstisches.

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