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Rund 20 Gäste nehmen an Online-Diskussion der SPD Coesfeld zu Westfleisch teil

Bessere Kommunikation gewünscht

Coesfeld. Es sollte eine fachliche und sachliche Diskussion zur Firma Westfleisch, den arbeitsrechtlichen Bedingungen und den künftigen Entwicklungen werden – dem wurden die acht Referenten und etwas mehr als 20 Gäste der Online-Veranstaltung der SPD Coesfeld am Freitagabend auch gerecht.

Jessica Demmer

Nahmen seitens Westfleisch an dem Gespräch teil, das die Coesfelder SPD online organisiert hatte: (v.r.) Carsten Schruck (Finanzvorstand der Westfleisch SCE), Johannes Bayer (Standortleiter Coesfeld), Ferdinand Roling (Betriebsratsvorsitzender Coesfeld) und Katja Zazopoulos, Gesamtbetriebsratsvorsitzende Westfleisch. Screenshot: jd Foto: az

Zunächst informierte Thomas Stallmeyer, SPD-Sprecher im Planungs- und Bauausschuss, zu den aktuellen Baumaßnahmen: „Es wurden uns immer alle Änderungen mitgeteilt. Das, was dort jetzt passiert, bewegt sich im Rahmen der gültigen Baugenehmigung. Es gab nie irgendein Gemauschel.“ Bekanntlich werden auf dem Grundstück von Westfleisch gerade ein neues Kühlhaus und neue Sozialräume gebaut. Es seien weitere Flächen im westlichen Bereich für eine mögliche Erweiterung diskutiert worden, so Stallmeyer weiter, „aber auch dann gelten gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel das Bundes-Immissionsschutzgesetz oder Vorgaben zum Verkehr.“ Carsten Schruck, Finanzvorstand der Westfleisch SCE, betonte: „Aktuell geht es darum, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter zu verbessern und mehr Platz zu schaffen, um die Produkte besser sortieren zu können. Ohne die Schlachtkapazitäten zu erhöhen.“ Johannes Bayer, Leiter des Westfleisch-Centers in Coesfeld, ergänzte: „Der letzte Bau ist 30 Jahre her, wir sind gewachsen in der Zeit. Der Betrieb ist ausgereizt, wir können die Produktionsstraße nicht erweitern, aber sie verbessern. Wir haben uns zudem vorgenommen, leiser zu werden und einen Biofilter in den Schornstein einzubauen, um Gerüche zu minimieren.“

Auf die kritische Nachfrage eines Gastes zu einer möglichen Erhöhung der Schlachtkapazitäten sagte Schruck: „Der Fleischkonsum geht zurück. Wir setzen jetzt verstärkt auf Qualität. Wir werden innerhalb der Gruppe nicht in den Schlachtkapazitäten wachsen, aber es kann sein, dass sich Schwerpunkte innerhalb der Gruppe an den Standorten verlagern.“ Eine Flächenerweiterung könne also, müsse aber nicht mit mehr Schlachtungen verbunden sein. Auch sei die weitere Planung in Coesfeld von der Entwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort abhängig.

Ein weiteres Thema waren die arbeitsrechtlichen Bedingungen. Michael Heiming, SPD-Ratsmitglied und IGBCE-Gewerkschafter, berichtete: „Tarifgebunden arbeiten die Mitarbeiter schon seit mehreren Jahren. Das galt aber bislang nicht für die Werkverträge.“ Nun werden die rund 3000 betroffenen Mitarbeiter in die Gruppe eingegliedert. „Diese Entwicklung ist gut.“ Schruck berichtete: „Aktuell haben wir einen Übergangstarifvertrag mit der Gewerkschaft beschlossen, in Coesfeld haben sich die tarifgebundenen Mitarbeiter verdoppelt.“ Ferdinand Roling, Betriebsratsvorsitzender in Coesfeld, ergänzte: „Wir sind gerade mit der Integration dieser Mitarbeiter beschäftigt. Es ist eine große Aufgabe, alle in die einzelnen Lohngruppen einzusortieren.“

Auf die Frage, was Westfleisch in Zukunft besser machen könne, waren sich die Gäste einig: als erstes die Kommunikation verbessern. Schruck zeigte sich einsichtig: „Wir machen auch Fehler in der Öffentlichkeitsarbeit. Wir stehen in einem besonderen Fokus, da müssen wir einmal mehr informieren. Entweder durch Anzeigen oder durch Bauschilder.“

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