Relativ wenig Unfälle im Stadtgebiet – DJK-Hallendach begutachtet – Lkw im Graben festgefroren

Coesfeld im „Flockdown“

Coesfeld. „Es ist recht ruhig“, fasste Britta Venker, Sprecherin der Polizei, die Lage im Coesfelder „Flockdown“ zusammen. Nur wenige Unfälle ereigneten sich gestern. Meist waren es Auffahrunfälle. Oder Wagen landeten im Graben. Wie ein Lkw, der am Montag an der B 474 in die Böschung rutschte und noch immer schräg da liegt. „Er ist festgefroren und konnte daher noch nicht geborgen werden“, berichtete Venkers Kollege Sascha Kappel. Drei Leichtverletzte gab es am Montag gegen 17 Uhr bei einem Unfall ebenfalls auf der B 474 in Lette, bei dem ein Pkw beim Überholen ins Schleudern geraten war und seitlich einen anderen Wagen gerammt hatte. Ansonsten blieben alle Unfälle im Stadtgebiet ohne Personenschaden. Ein dickes Lob hatte Venker für die Kollegen von der Feuerwehr und zahlreiche Landwirte parat, die Unglücksraben bei so manchem Rutsch in den Graben wieder raus halfen.

Detlef Scherle

Alpenkulisse für den Markt: Edda und ihr Bruder Hagen hatten gestern einen Riesenspaß, auf dem Hosenboden den Berg herunter zu sausen, den der Bauhof in der Rosenstraße aufgetürmt hat. Foto: Detlef Scherle

Nicht mehr tätig werden muss die Polizei übrigens vorerst beim eingebrochenen DJK-Hallendach an der Dieselstraße: „Das ist eine reine Schadenlage“, so Venker. Die Polizei gehe zunächst davon aus, dass das Dach der Tennishalle „witterungsbedingt, also durch die Schneelast, eingestürzt ist“. Erst wenn Gutachter zu einer anderen Erkenntnis kämen, würden auch Ermittlungen aufgenommen. Gutachter der Versicherung waren bereits gestern vor Ort, um den Schaden zu bewerten, berichtete DJK-Geschäftsführer Michael Laukamp. Das Ergebnis lag erst am Abend nach Redaktionsschluss vor.

Die Feuerwehr hatte am Montag neben der DJK-Halle auf einem Firmengelände im Gewerbegebiet Otterkamp noch einen weiteren Einsatz. Nach Auskunft von Sprecher Dominik Möller leistete sie gemeinsam mit dem THW einem Fachberater für Statik mit der großen Drehleiter Amtshilfe, um Proben von einem Hallendach zu nehmen, um zu ermitteln, ob es auch einsturzgefährdet ist. Gestern entfernten Dachdecker dann den Schnee. Erst danach durfte die Halle wieder betreten werden. In dem Zusammenhang wies Möller darauf hin, dass die Feuerwehr für das Räumen von Dächern nicht zuständig sei. Die Stadtverwaltung bittet private Hausbesitzer ihre Dächer zu kontrollieren und bei Bedarf Fachleute mit der Räumung zu beauftragen. „Durch die Schneeverwehungen verteilen sich Lasten bisweilen assymetrisch“, warnte Stadt-Sprecherin Andrea Zirkel. Die Stadt hat ihre (Flach-)Dächer auch im Blick. Vorsichtshalber wurden die Sporthallen gesperrt.

Beim Räumen der Schneemassen auf den Straßen geht es nach Auskunft der Stadt voran. Der Bauhof sei mit seinen 35 Mitarbeitern pausenlos im Einsatz, so Zirkel. Die für den Verkehr wichtigsten Straßen seien „inzwischen zumeist gut passierbar“. Das gelang mit mehr Manpower: „Wir haben zusätzlich zwei externe Unternehmen beauftragt.“ Gestern wurden Kreuzungen geräumt. Heute soll begonnen werden, Zufahrten in Wohngebiete frei zu schieben. Da die Salzvorräte zur Neige gehen, sei davon kurzfristig noch mehr bestellt worden.

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