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„Digitaler Engel“ informiert Senioren über Chancen des Internets

„Cookies sind keine Kekse“

Coesfeld

Online-Reisen buchen, mit den Enkeln online in Kontakt bleiben oder das eigene Zuhause zum Smart Home umrüsten – all das sollte auch im Alter kein Problem sein. „Das Internet bietet viele Chancen und Möglichkeiten, den Alltag zu bereichern und zu erleichtern“, machte Johannes Diller vom Projekt „Digitaler Engel“ im Jakobushaus im Katharinenstift deutlich.

Von Manuela Reher

Irmgard Hörenz (2.v.l.), eine der Zuhörern der Info-Veranstaltung „Digitaler Engel“, war dankbar für die praktischen Tipps von Johannes Diller (Digitalexperte und mobiler Referent) sowie Annika Peters (Caritasverband) und Pia Fallenberg (r., Christophorus St. Katharinenstift). Foto: Foto: Manuela Reher

Der Einladung vom Caritasverband und Christophorus St. Katharinenstift waren zwei Dutzend Senioren gefolgt. Irmgard Hörenz war eine von den wissbegierigen Zuhörerinnen, die sich begeistert von dem Angebot zeigten. „Junge Leute tauschen sich mal schnell untereinander aus, wenn es um Fragen der Digitalisierung geht“, sagte sie. Aber ältere Menschen hätten oft keinen Ansprechpartner, der Antworten darauf gibt, wie man zum Beispiel ein Mobiltelefon richtig benutzt oder sich vor Betrugsmaschen im Internet schützt.

Eine Teilnehmerin sprach offen aus: „Ich bin im Internet auf etwas hereingefallen, bin aber zum Glück einer Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen.“ Ein weiterer Teilnehmer wollte wissen, was ein Podcast ist. Johannes Diller musste ihn enttäuschen, weil es keine präzise Übersetzung dafür gebe. „Warum gibt es im Netz keine deutschen Begriffe“, wunderte er sich. Im übrigen führte er aus, dass es für ihn schwierig sei, zum Beispiel Eintrittskarten für Veranstaltungen im Internet zu erwerben. Keinesfalls wolle er für die Bezahlung seine IBAN ins Netz stellen. Johannes Diller erläuterte, dass er es ohne Weiteres wagen könne, einem Lastschriftverfahren zuzustimmen. Bei direkten Vorauszahlungen ohne Gegenleistung sei allerdings höchste Vorsicht geboten.

Der Referent nahm den Zuhörern die Furcht vor Cookies auf seriösen Seiten im Netz. „Cookies sind keine Plätzchen“, sagte er. Diese würden vielmehr dazu genutzt, Nutzerdaten zu speichern, die im Internet entstehen. Sie würden das Browsen (Suchen in Datenbanken) angenehmer gestalten, könnten aber auch für das Online-Marketing ausgewertet werden.

Auf Vorschlag einer Teilnehmerin unternahmen die Zuhörern gemeinsam mit Johannes Diller eine virtuelle Reise nach Freiburg. „Mit Google Maps lassen sich wunderschöne Ausflüge mit dem Zug oder dem Auto planen“, sagte er. Diese Planung im Internet könne schon ein reines Vergnügen sein, ohne sich bereits auf den Weg gemacht zu haben. „Vorausgesetzt, die Bahn kommt pünktlich“, lautete ein Kommentar im Publikum. „Analog“ sehe vieles ganz anders aus.

Nach seinem Vortrag nahmen sich Johannes Diller und die Mitarbeiterinnen vom Caritasverband und vom Katharinenstift noch viel Zeit für individuelle Fragen. Etliche Teilnehmer hatten ihr Mobiltelefon mitgebracht, um direkt vor Ort Tipps zur Handhabung zu bekommen und sicher im Netzt unterwegs zu sein. 0 Das Projekt Digitaler Engel ist Bestandteil der Umsetzungsstrategie der Bundesregierung zur Gestaltung des digitalen Wandels und wird von „Deutschland sicher im Netz e.V.“ mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend umgesetzt. Unter der Internetadresse digitaler-engel.org gibt es unter anderem auch Erklärvideos zum Online-Bezahlen, zur Installation des Videokonferenzdienstes Zoom oder zum Einrichten eines Smartphones.

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