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Gastronomen mit Nachfrage zu Abholangeboten an Weihnachten und Silvester zufrieden

Dankbar für Solidarität der Kunden

Coesfeld. Alle fünf bis zehn Minuten seien die Kunden am ersten und zweiten Weihnachtstag gekommen, um die vorbestellten Speisen abzuholen. „Wir haben extra Zeitfenster vergeben, damit sie nicht alle zugleich da sind“, sagt Markus Kleyer vom Restaurant Keull. „Das Abholangebot an den Feiertagen hat super funktioniert, wir waren gut ausgelastet. Auch wenn dies komplizierter gewesen ist, als einfach ein Buffet bei uns anzubieten.“

Jessica Demmer

Auch wenn sie in ihrem Restaurant, genau wie alle anderen Gastronomen, an diesen eigentlich umsatzstarken Tagen wegen des Lockdowns keine Gäste direkt bewirten können, sind Guido und Petra Stegemann vom Haus Frieling zufrieden mit der Bilanz ihres Abholangebotes an Weihnachten. Auch zu Silvester sind sie schon ausgebucht. Foto: Jessica Demmer

Aber andere Zeiten erfordern eben andere Maßnahmen. „Zu Silvester bieten wir wieder einen Abholservice an, hier haben wir aber noch etwas Kapazitäten.“ Generell sei dieses Angebot noch nicht ganz so stark gefragt wie das zu Weihnachten. „Im Normalfall wären wir schon im September für Silvester ausgebucht gewesen“, so Markus Kleyer. Für ihn, aber auch die ganze Branche, geht damit ein mehr als schwieriges Jahr zu Ende. „In den besten Monaten, also von Mitte April bis Mitte Juni zur Spargelzeit, und jetzt in diesen Tagen mussten wir schließen.“ Er warte noch auf die Novemberhilfe zur finanziellen Unterstützung. „Die ist schon großzügig bemessen, das ist in Ordnung. Sofern sie denn mal kommt“, sagt er mit etwas Galgenhumor, ist aber optimistisch: „Wir werden auch weiterhin am Markt bestehen können.“ Er freue sich darüber, dass sich viele Menschen in all den Monaten solidarisch gezeigt und den Abhol- sowie den Lieferservice in Anspruch genommen haben.

Von einer guten Nachfrage des Abholangebotes an den Feiertagen berichtet auch das Restaurant Freiberger. „Das ist gut angenommen worden. Wir haben alle Gäste, die ohnehin bei uns einen Tisch reserviert hatten, angerufen, als klar war, dass wir schließen mussten. Viele haben dann direkt gefragt, ob sie das Essen auch abholen können“, freut sich Barbara Freiberger. Und dennoch: „Wir haben nur die Hälfte der Menüs zubereitet, als es sonst der Fall gewesen wäre. Und ohne Getränke.“ Zu Silvester seien bis heute noch Bestellungen möglich. „Wir müssen die Lebensmittel ja auch noch einkaufen. Aber da ist immer etwas machbar“, sagt sie in Richtung Kurzentschlossene. Die Bücher wären eigentlich voll gewesen für die Wochenenden, so Barbara Freiberger. Dieses Angebot sei da nun ein Tropfen auf den heißen Stein. Immerhin sei ein erster Vorschuss der Novemberhilfen eingetroffen. „Und wenn wir vielleicht Anfang des Jahres wieder öffnen dürfen, haben die Leute ihr Geld ja immer noch.“

Nicht ganz so optimistisch ist Mirela Tahirovic vom Steakhaus Kalksbeck. „Ich denke nicht, dass wir vor März wieder öffnen dürfen.“ Auch sie bieten zu Silvester noch Speisen zum Abholen an. „Es sind viele Stammgäste, die unsere Küche kennen und sich das Essen abholen. Auch zu Weihnachten. Wir liefern auf Wunsch aber auch.“ Sie sei dankbar für die Unterstützung der Kunden und hofft, dass die Zeiten bald wieder besser werden.

Nicht nur über die Unterstützung ihrer Stammgäste, sondern auch über die neuer Kunden konnten sich Guido und Petra Stegemann vom Haus Frieling freuen. „Wir sind sehr zufrieden, die Feiertage waren wirklich schön und Silvester sind wir auch ausgebucht“, berichtet Petra Stegemann. Von 14 bis 20 Uhr werden sie dann das bestellte Essen zur Abholung bereitstellen – auch im Zehn-Minuten-Takt. Sie rechne nicht damit, dass sie vor Februar wieder öffnen dürfen. „Eine Anzahlung haben wir zwar schon bekommen, aber wir warten noch auf den Rest der Novemberhilfen. Aber man muss dankbar sein für das, was man hat.“ Und das sei bislang gut gelaufen. „An Weihnachten hatten wir viele nette, kurze Gespräche und haben sogar Geschenke bekommen. Das zeigt, dass die Leute an uns denken und das war sehr schön.“

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