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Neue Coronaschutz-Regeln: Einzelhändler müssen von Kunden Nachweise verlangen

„Das ist ein Rückschritt für Coesfeld“

Coesfeld. Für Irritationen, Unverständnis und Missmut sorgen die neuen Regeln zum Coronaschutz nicht nur bei den Kunden, sondern auch bei den Einzelhändlern. Goldschmiedemeister Klaus Schramm bringt es auf den Punkt: „Aus der Erleichterung ist eine Erschwernis geworden.“

Manuela Reher

Goldschmiedemeister Klaus Schramm muss wie alle anderen Einzelhändler an der Ladentür anhand von Nachweisen kontrollieren, ob der Kunde negativ auf Corona-Virus getestet, gegen das Virus geimpft oder nach einer Infektion genesen ist. Erst danach darf der Kunde das Geschäft betreten. Foto: az

Mancher Kunde stehe ahnungslos vor dem Geschäft und bitte um Einlass. Doch nun müsse er zunächst kontrollieren, ob der Kunde ein negatives Testergebnis, einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung bereithalten kann. Eine Reihe von Kunden reagiere vollkommen überrascht. Denn es habe sich wohl noch nicht überall herumgesprochen, wie denn nun die genauen neuen Regelungen aussehen.

Andrea Efing, Filialleiterin der Stadtparfümerie Pieper, kommentiert: „Das ist ein Chaos.“ Sie verweist auch darauf, dass die Umsetzung der neuen Regelung „schwierig“ sei. Erstens handele es sich um „sensible Daten“, die sie kontrollieren solle. Zweitens sei es unmöglich, alles genau nachzuhalten. „Das ist nicht schön und ein Rückschritt für Coesfeld“, sagt sie unumwunden. Bevor sie einen Kunden wegen eines fehlenden Nachweises wieder wegschicke, entscheide sie sich lieber für einen Verkauf an der Ladentür.

Wie Stadtsprecherin Andrea Zirkel mitteilte, habe das Coesfelder Ordnungsamt in den letzten Tagen zahlreiche Gespräche mit den örtlichen Gastwirten und Gewerbetreibenden geführt.

Teamleiter Hubertus Brüggemann berichtete: „Unsere Corona-Hotline glüht: Am Freitag haben wir mit dem gesamten Team die Gastronomie beraten, wie die Coronaschutz-Verordnung, die am Mittwochnachmittag angekündigt worden war und seit Samstag gilt, in den Betrieben umgesetzt werden kann und was unter welchen Voraussetzungen möglich ist.“

Während die Gastronomie etwas lockern und ihre Gäste nun mit negativem Testergebnis auch draußen bewirten dürfe, gebe es mit der Testpflicht im Einzelhandel eine Auflage, die im Kreis Coesfeld bisher nicht gegolten habe.

„Statt des bisher nötigen Termins brauchen Kundinnen und Kunden nun ein negatives Testergebnis, das nicht älter ist als 48 Stunden, wenn sie shoppen gehen möchten“, informiert Hubertus Brüggemann.

Das gelte natürlich nicht in Geschäften, die der Grundversorgung dienen und auch bisher schon frei zugänglich waren. „Da war der Beratungsbedarf enorm“, kommentiert Brüggemann.

Die Corona-Hotline des Ordnungsamtes sei weiterhin erreichbar unter Tel. 02541/ 939-2000, montags bis donnerstags von 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.30 Uhr.

Laut Coronaschutz-Verordnung ist ein negatives Testergebnis bei einer konstanten Inzidenz (fünf Tage hintereinander) von unter 50 nicht mehr erforderlich. Die Kundenbegrenzung liegt dann bei zehn Quadratmetern je Person. | Kreis Coesfeld

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