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Rat bringt neuen Bebauungsplan im Westen der Stadt auf den Weg

Der Teufel steckt im Detail am Hexenweg

Coesfeld

„Das ist nicht einfach. Ein sehr komplexes Thema“, brachte Grünen-Fraktionschef Erich Prinz im Stadtrat die Debatte um die Grenzen und die Ausgestaltung eines neuen Bebauungsplans im „Wohnquartier Wahrkamp/Hexenweg“ (westlich der Innenstadt) auf den Punkt. Die Zielrichtung ist eigentlich klar: Aufgeschreckt durch großvolumige Neubauten unter anderem an der Langen Stiege wollen die Anlieger in dem idyllischen Ein- und Zweifamilienhausgebiet nahe des Coesfelder Bergs verhindern, dass auch ihre Siedlung irgendwann im Zuge des Generationswechsels derart verdichtet wird und durch dreigeschossige „Klötze“ ihren Charakter verliert. Nachdem bislang in jedem Einzelfall nach § 34 Baugesetzbuch entschieden werden muss, was zulässig ist und was nicht, soll nun über einen Bebauungsplan Verbindlichkeit für alle geschaffen werden. Doch auch dabei waren durchaus noch unterschiedliche Interessen abzuwägen. Und der Teufel steckt bekanntlich im Detail – auch am Wahrkamp und Hexenweg, so dass sich die im Fachausschuss begonnene Diskussion im Stadtrat fortsetzte.

Von Detlef Scherle

Im Quartier unweit des Coesfelder Bergs – hier der Wahrkamp – soll künftig nur eine maßvolle Verdichtung möglich sein. Die Stadt verhängte zunächst eine Veränderungssperre. Foto: Foto: ds

Einstimmig beschlossen wurde am Ende, im rückwärtigen Bereich der Ostseite des Hexenwegs auf die Ausweisung eines weiteren Baufelds zu verzichten. Einig war man sich auch darin, die Flurstücke entlang der Stadtwaldallee und des Drachters Wegs nicht in den Geltungsbereich des Bebauungsplans mit einzubeziehen. Mehrheitlich – gegen die Stimmen der Grünen – wurde beschlossen, die Westseite des Wahrkamps noch mit hinein zu nehmen. Das Gebiet wird nun im Norden begrenzt durch die Stadtwaldallee, im Osten durch den Wahrkamp, im Süden durch die Straße In den Kämpen und im Westen durch dem Drachters Weg zugehörende Flurstücke. Darüber wurde eine Veränderungssperre verhängt. Gegen die Stimmen der Grünen entschied der Stadtrat, an der Erschließung von zwei Flurstücken durch das Verkehrsflächengrün an der Straße In den Kämpen festzuhalten. Erlaubt sein sollen maximal zwei Wohneinheiten pro Gebäude.

Die Grünen wandten sich vor allem gegen die weitere Bebauung in der Wasserschutzzone am Berg. Stadtbaurat Thomas Backes verteidigte die Pläne: „Es geht nicht darum, dass wir aktiv in einem Wasserschutzgebiet neu planen. Wir haben dort Bestand. Und damit müssen wir umgehen.“

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