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Umgestaltung von St. Lamberti: Kirchenvorstand folgt Empfehlung der Denkmalpflege

Die Apsis bleibt unangetastet

Coesfeld

Der Kirchenvorstand der Lamberti-Gemeinde hat sich in einer Sondersitzung in dieser Woche einstimmig dafür ausgesprochen, dem Vorschlag der Denkmalpflege zu folgen und die Pläne für die Umgestaltung der St.-Lamberti-Kirche dahingehend zu verändern, dass der Fußboden der Apsis nicht abgesenkt wird. Das teilte Dorothee Backes, Mitglied des Kirchenvorstands und der Steuerungsgruppe, auf AZ-Anfrage mit.

Von Christine Tibroni

Nach den neuen Plänen zur Umgestaltung der St.-Lamberti-Kirche wird der Boden der Apsis nicht abgesenkt. Das Podest, das über eine Stufenanlage zu erreichen ist, fasst das Coesfelder Kreuz ein. Foto: Entwurf: Büro Steinberg & Koeppen – Architekten

Wie berichtet, hatten Denkmal-Experten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) bei einem Ortstermin im Mai dazu geraten, den Boden der Apsis, das ist der halbrunde Abschluss hinter dem Altarraum, so zu belassen, wie er ist. Sie vermuten in diesem Bereich Bodendenkmäler, beispielsweise Reste von Vorgängerbauten. Sobald der Boden geöffnet wird, müssten Archäologen einen genauen Blick auf das werfen, was darunter verborgen ist, was Zeit und Geld kostet. Und: Falls etwas Erhaltenswertes zutage kommt, müsste nach Abschluss der Untersuchungen der Boden der Apsis wieder genau so hergestellt werden, wie er war. Also weiterer Zeitverzug, zusätzliche Kosten und hinsichtlich der geplanten komplett barrierefreien Umgestaltung der Kirche nichts gewonnen. „Diese Risiken wollten wir nicht eingehen“, so Dorothee Backes. Das Architekturbüro Steinberg & Koeppen überarbeitete die Planung entsprechend der Empfehlung der Denkmalpfleger. Die neue Planung diskutierte zunächst die Steuerungsgruppe, die laut Dorothee Backes mehrheitlich grünes Licht gab. Anschließend votierte der Kirchenvorstand einstimmig für die Planänderung. „Natürlich haben wir damit nicht mehr das Ausmaß an Barrierefreiheit und Flexibilität, das wir angestrebt hatten. Andererseits wird in der neuen Planung der historische Raum betont, der vor allem für kleine Gruppen viele Nutzungsmöglichkeiten bietet“, so Backes, die mitteilte, dass die Maßnahme weiterhin „voll im Kostenrahmen“ liegt und die ersten Ausschreibungen inzwischen auf dem Weg sind. Momentan wird die Kirche ausgeräumt, die ersten Arbeiten beginen laut Backes voraussichtlich Mitte August.

Über die veränderten Pläne zur Umgestaltung der St.-Lamberti-Kirche wird in und nach den Gottesdiensten an diesem Wochenende informiert.

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