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Fabrik öffnet am Samstag (17. 7.) erstmalig wieder mit einer Ü30-Party im Club Böll

Durststrecke endet nach 497 Tagen

Coesfeld

An das letzte Event in der Fabrik kann sich Carsten Averkamp noch gut erinnern. „Das war eine Techno-Party im Keller am 7. März 2020“, sagt der Booker, der sich um den Ticketverkauf kümmert. Ein Jahr und vier Monate ist das nun her. 496 Tage Stillstand – bis heute. Doch damit ist ab Samstag Schluss. 

Von Florian Schütte

Endlich wieder Party in der Fabrik: (v.l.) Nadja Krebs (Veranstaltungskauffrau), Carsten Averkamp (Booker) und Heinz Oenning (Geschäftsführer) freuen sich, am morgigen Samstag im Club Böll bei einer Ü30-Party endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Foto: Foto: Florian Schütte

Dank stabiler niedriger Inzidenzen lädt die Fabrik am Samstag (17. 7.) ab 21 Uhr zu einer Ü30-Party im Club Böll ein. „Wir finden das total genial, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen“, freut sich Heinz Oenning, Mitinhaber der Fabrik, während Carsten Averkamp die Lichtanlage einschaltet. Ein sanftes Rattern ertönt, die Scheinwerfer drehen sich auf die Tanzfläche – es ist angerichtet.

Während das Fabrik-Team viel Zeit für Renovierungen hatten – das gesamte Ballhaus und der Beach-Bereich erstrahlen in neuem Glanz – blieb umso weniger Zeit für die finale Logistik. „Wir hatten am Mittwoch letzter Woche Bescheid bekommen, dass wir am Freitag öffnen dürfen“, schüttelt Averkamp den Kopf. Das war dann doch etwas knapp, zumal das Go des Ordnungsamtes nach Vorlage eines 19-seitigen Hygienekonzeptes noch fehlte. Mit dem Segen der Ordnungsbehörden kann die Fabrik nun – eine Woche später – endlich wieder die DJs an die Turntables bitten. „Es ist kein unkomplizierter Einlass, aber wer drin ist, kann ganz normal Party machen“, denkt Oenning.

Im hinteren Bereich verlegen Facharbeiter noch die letzten Glasfaseranschlüsse. „Damit die Kassen vernetzt werden und die Kontaktnachverfolgung stabil läuft“, sagt Averkamp. Auch die beiden Theken – drinnen wie draußen – sind schon vorbereitet, die Kühlschränke gut bestückt. Die Belüftung läuft super. Und das Personal? „Für diese erste geplante Veranstaltung haben wir genug Leute“, meint Oenning, räumt aber auch ein: „Viele haben sich verständlicherweise in den vergangenen Monaten umorientiert.“ Daher könne man noch keinen Veranstaltungskalender präsentieren und auch keine Partys im wöchentlichen Turnus versprechen. „Wir schauen jetzt, wie diese Veranstaltung läuft und schauen weiter auf die Inzidenzen“, blickt Oenning voraus. „Und dann sehen wir, wie es weitergeht.“

Anfragen zur Öffnung des Ballhauses vor allem von jungen Leuten kämen laut Averkamp über Facebook und Instagram zuhauf. Doch gebranntes Kind scheut das Feuer. „Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viel Arbeit für die Mülltonne gemacht“, bringt Oenning es auf den Punkt und verweist auf Konzerte, die zum Teil achtmal verschoben worden seien.

„Damit ist viel Büroarbeit verbunden, ohne dass man Umsatz einfährt“, erklärt Oenning. „Und irgendwann sind natürlich auch die Ticketkäufer nur noch genervt“, zeigt der Geschäftsführer Verständnis. Heinz Oenning versucht, optimistisch zu bleiben, auch wenn er weiß, dass eine Prognose zur Dauer der Diskothekenöffnungen im Kreis Coesfeld einem „Blick in die Glaskugel“ gleicht.

Doch es gibt einen weiteren Lichtblick. Das erste Konzert mit Justin Sullivan von New Model Army soll am 3. September stattfinden. „Das haben wir mit Bestuhlung geplant, sodass es auch unter Coronabedingungen stattfinden kann“, ist Carsten Averkamp zuversichtlich. Nun will sich das Fabrik-Team aber auf das Re-Opening am Samstag konzentrieren – nach 497 Tagen.

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